Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 konnte. Als Dr. Michael Sachs spater die Ueberzeugnng gewonnen hatte, daß Senior Sachs ein philosophischer Denker, Bibelforscher und Kritiker im eminenten Sinne sei, wollte er ihm wieder seine Unterstützung zuwenden; Senior Sachs, der blutarm war, wies sie aber zurück. — Das französische Budget für 1893 enthält für den israelitischen Kultus: 133,533 Franken für das Personal derselben, 22,000 Franken für das Rabbinerseminar und 38,884 Franken für die Gebäude des israelitischen und protestantischen Kultus: letzter Credit soll auf Antrag dreier Ageordneten auf seine frühere Höhe von 100,000 Franken gebracht werden. — Herr Henri Abraham, ein junger Mann, welcher die höhere Normalschule absolvirt hat. überreichte der „Faenltüt der Wissenschaften" eine These über eine gelehrte Untersuchung auf dem Gebiete der Electricität, wofür ihm der Titel eines „Dr. der Physik" erteilt wurde. Die These wurde von dem Decau der Facnltät, Herrn Greard, gedruckt. Herr Abraham berechtigt zu den größten Hoffnungen und scheint ansersehen zu sein, den Ruf des französischen Judentums auf dem Gebiete der höheren Wissenschaften zu hohen Ehren zu bringen. — Gelegentlich der 400jährigeu Jubelfeier der Entdeckung Amerikas hat die französische Regierung den amerikanischen Advokaten und Schriftsteller Henry Harriston in Paris zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. — Der Hauptmann Eoen, Adjutant des Kommandanten des 03. italienischen Infanterie-Regimentes, ist zum Major befördert worden und soll bald an der höheren Kriegsschule in Turin ein Lehramt übernehmen. — Die französische Akademie der Wissenschaften erhielt von Herrn M. Leony den Betrag von 50,000 Frcs., welcher als Preis für die Endecknng eines Heilmittels gegen die Diphterie bestimmt ist. Der Spender hatte das Unglück, eine Tochter infolge dieser Krankheit zu verlieren- — Des Antisemiten Eduard Druinont's Großvater war Jude und Schächter bei der israelitischen Gemeinde in Stuttgart. Er ließ sich, von der Gemeinde wegen Unehrenhaftigkeit entlassen, in London taufen, woselbst er Kleiderhändler war. — Herr S. M. Hornstein Ober-Sergeant im ersten Regiment der französischen Fremdenlegiv», hat für Tapferkeit im Kriege gegen Dahomey eine besondere Anszeichnnng erhalten. — Das jüdische Konsistorium in Paris beabsichtigt dem Sabbath-Nachmittags- Gottesdienst durch Predigt und Chorgesang größere Weihe verleihen. — Der neue französiche Handelsminister Siegfried, ist Israelit und stammt ans Mülhausen im Elsaß. — Man berichtet uns, daß jüngst in der Synagoge der Rue de la Victoria zu Paris ein Trauergottesdienst für die in Tonkin und in Dahomey gefallenen jüdischen Soldaten und Offiziere abgehalten wurde. Unter den letzteren befindet sich auch der ans dem Duell Moses Meyer bekannte Rittmeister Cremien Fva. Gelegentlich der Nachricht von seinem Tode meldete der „Figaro", daß General Dodts, der Anführer der französischen Streitkraft in Dahomey, diesen Offizier noch kurz vor seinem Tode öffentlich vor der Front wegen seiner Bravour belobt habe. Als Anfüher der berittenen Freiwilligen wurde er an der Spitze verwundet und erlag dieser Verwundung. — Am 14. November starb in Arnstel die Senators Wittwe Frau von Sischossheim, die Mutter der Frau Baronin Hirsch. — In London starb vor kurzem der Universitäts-Professor George Eroom Robertson, ein bei Christen und Juden ungemein beliebter Mann. — Die Hambro - Synagoge in London wurde am 9. November in feierlicher Weise geschlossen. Der Gründer derselben war ein Deutscher Namens A. Wordechai Hambro im Jahre 1726. — Am 30. Oktober hat Rev. Albert Loevy in der Londoner Neformsynagoge seine Abschiedspredigt unter zahlreicher Beteiligung von Angehörigen aller Richlnngen gehalten. — 2*