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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-01-01 · Heft 1 (1.1.1893) · p. Seite 15

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 1 (1.1.1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Predigt des Rabbiners Dr- Maybamn nahm Herr Geheimrat Dr. Förster, Direktor der Königlichen Sternwarte, das Wort, um deni Verblichenen als Mann der Wissenschaft Dank und Anerkennung zu zollen und einen kurzen Blick in die Lebensschicksale des Heimgegangenen zu werfen, der sich vom Steinmetz bis zu seiner hoher wissenschaftlichen Stelle emporgearbeitet habe. Für die von Löwenherz geleitete Abteilung sprach dann Herr Prof. Lenian, für die deutsche Optik und Mechanik Herr Dr. Krüh ans Hamburg. — Auf Anregung des Herrn Rabbiners Dr Kosenthal in Uogasen wurde daselbst ein Verein für jüdische Geschichte und Litteratur ins Leben gerufen. — Im Verein für jüdische Litteratur in Eöln sprach Herr Lehrer Frank über Oukelvs und seine Uebersetznng der Thora, Herr Rabbiner Dr. Zalfeld ans Mainz über Altjüdisches Leben im goldenen Mainz und Herr Herrmail Moses über jüdische Charaktergestalten in der Weltliteratur. — In Karlsruhe hielt im Verein für jüdische Geschichte und Litteratur Herr Rabbiner Dr. Köwrnstein aus Mosbach einen Vortrag über jüdische Kleiderordnungen. — Der Großherzog von Sachsen-Weimar hat an den Dichter Dr. Ludwig Ang. Frankl in Wien einen eigenhändig geschriebenen Dankbrief für einen poetischen Glückivunsch gerichtet. Dessen Schluß lautet: Zum Segen Ihres Heimathlandes hoffe ich auch, daß es nie gelingen werde, das geistige Band, das seit den Tagen Grillparzers zwischen Deutsch-Oesterreich und Weimar besteht, wieder zu lösen. Weimar, den 24- Oktober 1892. Karl Alexander. — Die Preußische Regierung hat die in den jüdischen Schulen eingeführten Religionsbücher eingefordert und zugleich Bericht hierüber, wer die Aussicht über den jüdischen Religionsunterricht führe. — Die Unantastbarkeit der jüdischen Moral ans Grund ihrer gedruckten und veröffentlichten Sittenlehre wird in einem Eingesandt der „Kreuzzeitung" von einem Kreisschulinspektor, welcher mehrfach auf Grund der angevrdneteteu Requisition jüdischer Religionsbücher einen Einblik in dieselben gethan hat, ausdrücklich bezeugt. Der Einsender betont, daß das von ihm der Regierung vorgelegte Buch ganz vorzügliche Vorschriften enthielt. Er hebt besonders die entschiedene Verurteilung des Wuchers darin hervor. — In der Urkunde über die Einweihung der Luther-Kirche zu Wittenberg heißt es: „Der Kaiser erivartet, daß alle Diener der evangelischen Kirche allezeit nach der Richtschnur des Wortes Gottes im Sinne und Geiste der durch die Reformation wiedergewonnenen Reine des Christenglaubens ihres Amtes walten, das Volk zu Gottesfurcht, zu herzlicher Liebe und Erbarmung aller Mitmenschen, auch gegen Andersgläubige anleiten werden". — Dem bisherige» Synagogenverein in Ingolstadt wurden die Rechte einer Cnltusgemeinde verliehen. — Der verstorbene Herr Dr. med. Sigmund Martin Ephraim hatte bekanntlich die jüdische Gemeinde in Serlin zur Universalerbin seines ziemlich beträchtlichen Vermögens eingesetzt, mit der Bestimmung, daß die Zinsen seiner Nachlaßmasse zu wohlthätigen Zwecken (das Bekenntnis der Nutznießer kommt dabei nach dem Willen des Dr. Ephraim nicht in Frage) verwendet werden sollen. Nach Abzug der Legate beträgt der Nachlaß des Herrn Ephraim 1252000 Mark. — In Frankfurt a. M. starb der Lehrer Herr Israel M. Japhet, geboren 1818 in Cassel, bekannt durch seine schriftstellerische Thätigkeit auf dem Gebiete der jüdischen Schullitteratnr und des Synagogengesanges. Eine umfassende Schrift über die Accente soll sich in seinem Nachlasse befinden. — In dem neuen Bande der Famielienbriefe Woltkes findet sich ein Brief an seinen Neffen vom 12. August 1890, worin Moltke der Ansicht des englischen Theologen Drummond beipflichtet, daß Moslemim und Inden ebenso selig werden wie die Christen. —

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