Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-01-01 · Heft 1 (1.1.1893) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 1 (1.1.1893)
Date
1893-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2969669-2969795-2969797--3740-2973292
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

f) apläu-MRLensclmstlicl^ oiuttsblnttcr zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfesfwnen. Organ des INeildelssolpi-DereillS iu Frankfurt a. ITT. Hercmsgegeben DOM Dr. Adolf Brüll. Abolmementspreis Mk. 6 per Jahr. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen nnd Pvstanstalten des In- und Auslandes. 13. Jahrgang. Frankfurt a. M>, den 1. Januar 1893. Nummer 1. Kleine Weden. Von Dr. Ad. Jellinek. I (Nachdruck verboten) Ein Diener Abraham'» bin ich. Rede, gehalten am 12. November 1892 (Sabbat Chajo Sara.) Der heutige Thora-Abschnitt erzählt von Eliese r, dem Knechte oder Diener des Patriarchen Abraham und widmet dieser Erzählung ein langes Kapitel, eines der größten in der Thora, aus 67 Versen bestehend. Diese Thatsache allein zeigt uns eine der schönsten Seiten des Judentums. Was war ein Knecht bei den klassischen Völkern des Altertums? Willenlos, wehrlos, kaum als Mitmensch betrachtet, während das Judentum, als die Religion vollendeter Menschlichkeit, auch im Knechte das Ebenbild Gottes, den Menschen, anerkennt nnd würdigt. „Hat nicht der niich schuf, auch ihn, den Knecht geschaffen?" ruft Hiob aus, Worte, die im Altertum ohne Echo bleiben. Ja, Moses wird ein „Knecht," der Knecht Gottes genannt, ebenso das ganze israelitische Volk, das berufen ist, Gott zu dienen und ihm treu anznhangeu. Elieser wird so anschaulich geschildert, daß wir ihn fast vor Augen haben. Er gleicht, wie die Alten sagen, seinem Herrn durch seine Güte, Menschenfreundlichkeit, Leutseligkeit, Bescheidenheit, Demut, Friedfertigkeit und Klugheit. Der Auftrag, den der Patriarch ihm ertheilt, ist ein Beiveis des Vertrauens, das er sich im Saufe der Jahre im Hause Abrahams durch seine Treue und Gewandtheit erworben hatte. Er soll nämlich für den einzigen Sohn Abrahams eine Gattin ans der Ferne, nach seiner Wahl und Einsicht holen. Das ist wohl das beste Zeugnis für den Wert und die Würdigkeit Eliesers. Denn nichts ergreift das Herz eines Vaters so mächtig, als die passende Wahl

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.