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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-10-01 · Heft 9 (1.10.1891) · p. Seite 214

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 9 (1.10.1891)
Date
1891-10-01
Page
Seite 214 (sequence 22)
Language
German
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214 und znm Teil zerschlagen. — Der Budget-Ausschuß hat beschlossen, die Petition des „Josefstädter Bürgerclubs" in Krag, betreffend die Errichtung eines böhmischen Rabbinerseminars i» Prag, der Regierung zur Würdigung zu überweisen. — Den neuen statistischen Ausweisen zufolge zählte Galicien am 31. Dezember 1890 6,607.816 Einwohner, worunter 772.213 Juden das ist ca. 11.75 "/». — Am 28. Juni starb nt Paris Herr Leon Weisels ein Enkel des sel. Rabbiners von Warschau. Der Heimgegangene war ei» Mann von großer Begabung und vielseitigem Wissen. Sein Leben war voll Kampf und Aufregung. — In Versailles starb der gekannte Pariser Buchhändler Galman Levy im Älter von 72 Jahren. Calman Levy, welcher in Pfalzburg in Lothringen geboren wurde, gründete mit seinen zwei Brüdern, von denen der ältere, Michael bereits gestorben ist, im Jahre 1836 die Buchhandlung, welche bald eines der bedeutenstcn Verlagsgeschäfte in Paris wurde. Die Firma entwickelte sich mit der Zeit zu einem Centralpunkte der schöngeistigeil und wissenschaftlichen Litteratnr Frankreichs, sie verlegte die Werke der hervorragendste» Schriftsteller, so von Victor Hugo, Gnizot Villemain, Lamartine, Saint-Beuve, Ernest Renan, Prosper Mörimee, Ulbach, Sandeau, Alexander Dumas fils, Madame Edniond Adam ferner die Schriften des Herzogs von Aumale, des Prinzen von Jvinville, des Grafen von Paris re. In diesem Verlage erschienen auch die Gesammtwerke von Balzac, George Sand, Michelet, Engen Scribe, Emile Augier, Octave Feuillet, Henry Murger, Jules Janin, Emil Sonvestre, Alphonse Karr. Die Firma Levy vermittelte den Franzose» auch die Bekanntschaft mit hervorragenden zeitgenössischen Schriftstellern des Auslandes, so mit Heine, Thackeray, Macaulay, Conscience, Edgar Poü, Dickens u. A. — Der Senator Herr Wontcfiore in Lüttich hat auf seine Kosten an der dortigen Universität ein elektrotechnisches Institut errichtet und mit den vorzüglichsten wissenschaftlichsten Instrumenten ansgestattet. — Der neunte internationale Congreß von Orientalisten wird demnächst vom 1.—10. September in London abgehalten werden. — Der König von Rumänien hat Herr Dr. Gasker in London in Anerkennung der großen Dienste, die derselbe um die rumänische Literatur und Philologie durch die Herausgabe seines zweibändigen monumentalen Werkes, die „(jlirestoimitia Roimum" sich erworben, den Orden Bene inerenti 1. Klasse, den höchsten Orden für Verdienste, verliehen. — Am 13. Mai fand in Gambridge die Eröffnung eines neuen „semitischen Museums" statt, welches Herr Jacob H. Hirsch dem Harvoard-College znm Geschenk gemacht hat. Präsident Eliot, die Professoren Toy und Lyon, soivie Herr Schiff selbst hielten die Eröffnungsreden. Dieses Museum unterscheidet sich von anderen seiner Art dadurch, daß es Gegenstände enhält, welche direkt oder indirekt zur semitischen Wissenschaft gehören oder doch dazu diene», die Geschichte der Semiten zu beleuchten. Sümmtliche Gegenstände lassen sich unter drei Klassen bringen: Originale, Photographier» und plastische Darstellungen. — Der „Jewish Chronicle" veröffentlicht Auszüge ans dem Bericht Arnold White's über die Lage der russischen Juden: „Im ganzen stehen die seßhaften Inden körperlich unter dem Russen. Wenn ich jedoch den städtischen Inden mit dem vom Kaiser Nikolaus im Gouvernement Cherson angesiedelten vergleiche, so ist der Unterschied erstaunlich. Diese Ackerbau treibenden Juden sind thätig, sonnenverbrannt und muskulös. Sie sind mäßig, trinken selten geistige Getränke, rauchen selten, sind gute Väter, Gatten und Söhne, geduldig in Trübsal und höchst fleißig. Fehler haben sie ohne Zweifel, aber bei der Frage der Kolonisation kommen sie nicht in Betracht. So weit meine Beobachtungen gehen, hat der russische Jude nicht genug für sich und

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