Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 8 (1.9.1891)
- Date
- 1891-09-01
- Page
- Seite 190 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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190 Wonatsschau. Herr Dr. Moritz Stern trat die in Kiel neu geschaffene Rabbinerstelle an. — Am 12. April wurde Herr Geh. Medizinalrat Professor Dr. Ludimar Hermann in üblicher Weise in sein Anit als Rektor der Universität in Königsberg eingeführt. Seit dem drei und ein halbhnndertjährigen Bestände der „Albertina," ist es das erste Mal, daß ein Jude niit dieser Würde bekleidet wurde. — Herr Amtsrichter Glogaucr in Garnowitz wurde zum Amtsgerichtsrat ernannt. — Am 1. Juni beging der Lehrer an der Knabenschule in Kerlin, Herr Iul. Weber das Jubiläum seiner 25jährigen Thätigkeit an dieser Anstalt. — Durch die Liberalität der Familie Wetz wurde der Synagogengenieinde in Köln eine Bibliothek als Eigentum überwiesen. — Aus Anlaß des hundertjährigen Geburtstages Weyerbrer's (5. September 1891) wird das königliche Opernhaus in Kerlin die bedeutensteil Opern desselben, als welche „Der Prophet", „Robert der Teufel", „Die Hugenotten" und „Die Afrikanerin" gelten können, im September dieses Jahres in einem Cyklus aufführen lassen. — In der Broschüre „Aus der Schulgeschichte Mannheims" von Hauptlehrer Dr. Adolf Weufer wird auch die „Claus-Schule" erwähnt, welche Elias Haynm 1765 stiftete. — Bei der von der Kammer der Abgeordneten für Württemberg bewilligten Aufbesserung der Lehrerbesoldnngen erhielten alle seminaristisch gebildeteil israelitischen Lehrer, auch die an freiwillig errichteten Konfessionsschulen angestellten Lehrer und die Religionslehrer (Vorsänger), die gleiche Alterszulage (150 bis 500 Mark) wie die christlichen Lehrer. — Am 29. Mai wurde der siebenzigste Geburtstag des Herrn Alexander Werthaner, des allverehrten Vorsitzenden der israelitischen Gemeinde in Leipzig feierlich begangen. — Herr Dr. W. Simon in Königsberg hat im vergangenen Herbste der Stadt ein Stück Land zum Zwecke der Errichtung eines Kinderspielplatzes geschenkt, dazu auch 20,000 Mk. zur Herstellung desselben. Gegenwärtig werden die Vorarbeiten in Angriff genommen, zu welchem Zwecke 1000 Mk. vom Magistrat beantragt und von der Stadtverordneten-Versammlung bewilligt wurden. — In Stolp in Pom. starb vor Kurzem Herr Justizrat Göhring, ein bekannter Antisemit. Nach seinem Tode hat sich herausgestellt, daß er sich unendlich vieler Betrügereien und Unterschlagungen von Geldern der Witwen und Waisen zu Schulden kommen ließ, und daß er mit Zuchthaus bestraft werden würde, wenn er »och lebte. — Herr Sanitätsrat Dr. Urumann in Glogan ist zum Kreisphysikus der Kreises Glogau, Herr Privat-Dozent Dr. weck. Straßmann in Kerlin zum gerichtlichen Physikus der Stadt Berlin ernannt worden. — Am 7. Juni tagten in Darmstadt die israelitischen Vorsteher der Provinz Starkenburg unter' Vorsitz des Herrn Kommerzienrats Dlnmenthal. Es wurde unter anderem die Gründung von Wanderbibliotheken angeregt. — In Stuttgart starb der Bildhauer Albert Giildenstein. Derselbe, ein Bruder des 1861 in Buchen verstorbenen Rabbiners Güldenstein, war 1822 in Sontheim bei Heilbronn geboren. Erst Graveur in der Brnckmann'schen Silberwaarenfabrik begab er sich später nach München zu Prof. Schwanthaler und 1847 ging er nach Rom. Für den verstorbenen König Wilhelm fertigte er viele Bildhauerwerke, besonders für das Schloß „Wilhelma" an. — Die Ordnung des Archivs der jüdischen Gemeinde in Halberstadt, eines der größten und wertvollsten wurde durch Herrn Rabbiner Dr. Stern in Kiel, der früher schon daran thätig war, beendet.