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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-08-01 · Heft 6 (1.8.1891) · p. Seite 143

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 6 (1.8.1891)
Date
1891-08-01
Page
Seite 143 (sequence 23)
Language
German
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148 einem Manuskripte, welches eine Kopie einer Handschrift ans dem 4. Jahrhundert ist, die sich in der Vatikanischen Bibliothek zn Uom befindet, wird eine phototypische Ausgabe veranstaltet. Auch von den Ueberrcsten der Jtala, einer vorvulgatischen Bibelübersetzung soll eine gleiche Ausgabe ins Werk gesetzt werden. — In Uom, Mailand, Wien, Innsbruck, und in Grient sind die gesammten umfangreichen Akten, Protokolle und Korrespondenzen ans dem Trienter Jndenprozeß, die Blutbeschuldignng betreffend, mit den vollständigen Beweisen für die Unschuld der Juden aufgefnnden worden. - Der Erzdechant der katholischen Kirche im Beguinenhofe in Amsterdam, Herr Poppen, sandte an de» Ober-Rabbiner daselbst 3000 Gulden für das Israelitische Müdchenwaisenhans und 2000 Gulden für die Gesellschaft zur Unterstützung unbemittelter israelitischer Wöchnerinnen. Diese Summen wurden ihm von einem ungenannten Katholiken zur Verfügung gestellt als Zeichen der Anerkennung für das philantropiiche Bestreben seiner jüdischen Mitbürger, besonders des Oberrabbiners. — Das Niederländische Rabbinerjeminar in Amsterdam wurde im abgelaufenen Jahre von 65 Hörern besucht. — Am 9. April wurde die von Herrn David Montcfinos dem Ez-Chajim - Colleg in Amsterdam geschenkte Bibliothek feierlich übergeben Die Sammlung enthält über 10,000 Bände und mit der früheren Vereinsbibliothek 15,000 Bände. Die Bibliothek ivnrde im Jahre 1677 auf Anregung des Chachams Levi Morteiro gegründet. — Herr Konsul John Philipsohn, Direktor der Skandenawska-Bank in Uorböping, ist als Senator in die erste Kammer gewählt worden. — Am 24. Mai feierte Herr Oberrabbiner Prof. Dr. Wolf in Kopenhagen seinen neunzigsten Geburtstag. — Der Königlich rumänische Hofpianist Herr Warst Kosenthal trat in Leipzig in einem Konzert des Lisztvereins mit großem Erfolge auf und ivnrde unter rauschendem Beifall, wie ein Blatt schreibt, als ein „schier unheimliches Klavierphänomen" erkannt. — Der vor Jahren der jüdischen Gemeinde in Petersburg gestattete Neubau einer Synagoge, ist nunmehr den Juden ganz untersagt worden. Als Grund wird angegeben, daß die Kuppel der neuen Synagoge nach dem bereits genehmigte» Plane die Kuppel -einer in der Nähe befindlichen Kathedrale etwas überragt Hütte! Wir würden anrathen, die Kuppel etwas niedriger anbringen zn lassen, denn das Hohe und Ueberragende einer Religion liegt in ihrem Lehrgehalte und da bleibt das Judentum immer hoch genug! — „Jewish World" berichtet ausSokhara: Der russische Finanzminister wird während seiner Rundreise durch Zentralasien auch das jüdische Viertel von Bokhara besuchen, um daselbst die Seideu-Kultur und Manufaktur zn inipiziren, ein Industriezweig, in welchem die Juden der transkaspischen Länder sich besonders auszeichnen. In Bokhara allein sind gegen 6000 jüdische Seidenarbeiter, deren prachtvolle Webearbeiten auf den Märkten von Nischnei-Nowgorod, Odessa, ja selbst Lyon sehlgesucht sind. Diese Industrie wurde von persischen Juden eingeführt und damit eine Quelle großen Reichtumes in ihre neue Heimat gebracht, der beste Dank für die Gastfreundschaft, welche ihnen geboten wurde. — Unter dem Titel „Przyslowia zydowskie" „Jüdische Sprüchwörter" ist ein Aufsatz von S. Hdelberg in der „Wisla" in Warschau (1890, Heft 1, S. 166—188) erschienen. — Graf Leo Golstoi, der berühmte russische Dichter, dessen Werke jetzt in einer Gesammtausgabe erschienen, hat in letzer Zeit auch Hebräisch gelernt, und zwar war darin der Moskauer Rabbiner Herr Minor sein Lehrer.

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