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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-08-01 · Heft 6 (1.8.1891) · page 1

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 6 (1.8.1891)
Date
1891-08-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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f opläii - lvWensckmf1lick>q o tt nt s b l n 11 e zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von vr. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Atlslandes. 11. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. Juni 1891. Kummer 6. Wer ist in ZsraeL berufen, zu Lehren? Aus dem Nachlasse des fei. Herrn Rabbiner Dr. N. Brüll. Das geheimthuerische Wesen, durch welches manche Menschen sich ein Ansehen zu geben glauben, sich wichtig zu machen suchen, auch wenn der Gegenstand, den sie so verbergen, den sie so sorgsam in Dunkel hüllen für die Oeffentlichkeit gar nicht die Bedeutung hat, die sie ihm beilegen und zuschreiben, muß nicht nur ein gerechtes Mißtrauen gegen sie Hervorrufen, sondern auch entschiedene Mißbilligung finden überall da, wo Aufrichtigkeit, Wahrheit in Gesinnung und That noch nicht allen Wert verloren haben. Ja man wird ein derartiges Gebühren oft gar nicht einer ernsten Beurteilung unterwerfen, sondern es wie jede andere Thorheit mitleidig belächeln und darüber staunen, daß es Menschen giebt, die sich auf diese Weise damit zu schmeicheln suchen, daß sie im Besitze von Geheimnissen sich befinden, die nicht so leicht jemand mit ihnen teilen kann. Unglaublich scheint es fast, daß solche Thorheit mit der höchsten Wahrheit verbunden sein könne — und dennoch sind Fälle» an denen dies beobachtet wurde, schon dagewesen. Männer von tiefer Einsicht, hervorragender Gelehrsamkeit, ausgebreiteten Kenntnissen, vielseitigen Erfahrungen, suchten durchaus aus ihrem Wissen ein Geheimnis zu machen, in das kein zweiter eingeweiht werden, in das Niemandem ein Einblick verstattet sein sollte. Ob das nun auch manchmal nicht gerade aus Thorheit geschah, nicht aus jenem hochmütigen Eigendünkel, der keinen zu gleicher Höhe Emporstrebenden neben sich dulden will, nicht aus dem eitlen Verlangen, allein an dem Sonnenglanze der Erkenntnis sich zu erfreuen, währenddem andere im Dunkel der Unwissenheit oder in der Dämmerung der Halbwisserei dahin irren, sondern die Furcht vor der vorurteilsvollen Menge sie

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