Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1891)
- Date
- 1891-02-01
- Page
- Seite 48 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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48 verlassen und die von der versammelten Gemeinde, die den Helden anstaunt, geküßt wird, läßt allein nur Mirtala kalt, die sich von Jonathans Wildheit eher abgestoßen als angezogen fühlt. Jonathan eilt zu einem Festspiele, bei dem Titus die'Berenice als seine Frau begrüßen sollte und ruft mitten in die höchste Festesfreude die Worte hinein: „Verflucht sei Berenice! Schande deines Volkes, Verrätheri», Giftmischerin, die du die Seelen der Töchter Jnda's vergiftet, und auch du sei verflucht, du Ungeheuer, der du unseren Tempel verbrannt hast". Es entsteht ein Tumult. Die römische Bestie wird judenblutdürstig, zumal als man erzählte, Jonathan, der gefnrchteteste Feind Roms, weile in seinen Mauern. Doch Jonathan hatte dieses Unwetter über die jüdische Colonie nur aus Liebe zu Mirtala, nicht aus Haß gegen Roni heraufbeschworen, die an der Seite Artemidors im Hause des Praetors weilt, in welches Domitian unheilverkündend eingekehrt war. Des Nachts brach der Sturm der Römer gegen die Juden los und Jonathan wird dem Schwerte der Römer ausgeliefert.' Mirtala gesellt sich in der Not zu Jonathan mit dem Rufe: „Ich bleibe bei dir mein unglückliches Volk" und ehe Jonathan gefesselt wurde, greift er noch einmal nach dem Dolche und zückt ihn auf Mirtalas Brust. Im Kampfe zwischen Rom und Jerusalem war der Tod die Losung, wollte man sich nicht abschließen, wie Menochim, oder anschließen, wie Josephus. — Undankbarkeit und Hochmuth. Erzählungen für die reifere Jugend von Kosalie Friedländer (Wien 1890, Druck und Verlag von Moriz Waizner IX. Kolingasse 20). Die Verfasserin versteht es, in diesen Erzählungen und Gedichten, von welch' letzteren wir den in Makamen verarbeiteten altjüdischen Stoff „Miznephat, des Königs Salomo Kämmerer" besonders hervorheben möchten, auf das Denken und Fühlen der Jllgend einzuwirken, sie zu Gutem und Edlen zu erwecken und in ihnen zwei Tugenden, Dankbarkeit und Bescheidenheit, besonders anzuregen, deren Mangel häufig im Leben bitter empfunden wird. Wir empfehlen dieses Buch, über das der Hauch edlen Empfindens gebreitet ist, besonders den Schulbibliotheken zur Anschaffung. — Mischne Mora oder Jad Hachasaka von R. Moses, Sohn des Maimon (Maimonides) in vierzehn Büchern das gesamte Gebiet der Gesetze des Judentums umfassend, aus dem Urtexte ins Deutsche übersetzt von A. Wolff, Rabbiner der Israelitischen Gemeinde zu Haigerloch. Vierter Band. Das jüdische Zivil- und Strafrecht. Verlag des Verfassers. Im Jahre 1852 sind in St. Petersburg in fünf Bänden Auszüge aus dem Maimonides, zum Unterrichte in den ebräischen Schulen für die höheren Klassen bestimmt, auf Antrag der Regierung erschienen. Die vorliegende Uebersetzung des Herrn Rabbiner A. Wolff verdient Förderung und Teilnahme, da Uebersetzungen klassischer hebräischer Werke dem Judentume nur zur Ehre gereichen. Der Fleiß und die Fachkenntnisse des Herrn Rabbiner Wolff zeigen, daß er der schwierigen Aufgabe gewachsen._ Inhalt: König Saul in Sage und Dichtung. Vortrag, gehalten im Vereine zur Verbreitung der Wissenschaft des Judentums (Afike Jehuda) in Prag von Dr. r Müller in Berlin. — Ernste Gedanken. Nachklänge zum Weihefeste von H. Vogelstein, Rabbiner in Stettin. — Ursachen trauriger Verhältnisse bei den Juden Galiziens, und mögliche Mittel zur Abhilfe. Vortrag gehalten im Bürgervereine zu Tarnopol von Dr. Josef Deisstein, Advokat. — Talmud und Horaz von Süßkind. — Theodor Parker über die Bibel und die Juden. — Vor zehn Jahren. Aus der Mappe eines Deutschen Israeliten. — Monats- _schau. — Referate. — Beilage._ Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchbandel bei Franz Benjamin Ausfarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei lF. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.