Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1891)
- Date
- 1891-02-01
- Page
- Seite 42 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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- 42 - W onatsschcrU. Am 18. Dezember fand im Mendelssohn-Verein in Frankfurt a. M. die erste Vereinssitzung statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde das neue Vereinslokal, das von jetzt ab zweimal in der Woche geöffnet bleibt, durch eine Rede von Seiten des Präsidenten seiner Bestimmung übergeben. — Am 8. Dezember hielt Herr Rabbiner Dr. Frank in Köln in der Rheinlandloge einen mit vielem Beifall aufgenominenen Vortrag über das Thema: „Ein Blick in das Familien- und Schulhans der Juden im Mittelalter". — In den „Mitteilungen des Vereins für Geschichte" der Stadt Meisten (B. 2, Heft 4) berichtet Herr Dr. Leicht, daß von Juden in den einzelnen Städten der Markt Meissen erst seit dem 13. Jahrhundert berichtet wird. Ein „Judenberg" wird 1286 erwähnt und in einer Urkunde von 1320 wird von der „Meißener Judenschule" berichtet, welche im Jahre 1430 abgebrochen wurde. Nach 1349 finden sich keine Mitteilungen über Juden in Meissen. — Die Generaldirektion des Hoftheaters in Dresden hat das in Versen geschriebene einaktige an Effekten reiche Drama eines jungen Berliner Dichters, Leopold Adler, „Das Buch Hiob", zur Aufführung angenommen. Der Verfasser des Dramas ist von Beruf Theologe. — Am 2. Dezember starb in Leipzig Herr Dr. David Asher, ein durch reiche litterarische Thätigkeit auch auf dem Gebiete des Judentums verdienter Mann. — Wie das „Justiz-Ministerialblatt" mitteilt wurde Herr Landesgerichtsrat Litten zum Oberlandesgerichtsrat in Kamm ernannt. Oberlandesgerichtsrat Litten ist der erste Jude in Preußen, dem diese Würde verliehen wurde. — In Königsberg wurde im Garten der Universitäts-Augenklinik die Büste des verstorbenen Ophtalmologen Professor Iarobsohn feierlich enthüllt. — Der Arabien-Reisende Herr Dr. Eduard Glaser ist von der Anthropologischen Gesellschaft in München zu deren korrespondirendem Mitgliede ernannt worden. — Das Baierische Staats-Reisestipendium ist vom Prinzregenten Herr Dr. Kerles jun., einem Sohne des Münchener Rabbiners, verliehen worden. Diese Auszeichnung wird nur denjenigen zu Teil, welche ihr erstes Examen glänzend bestanden haben. Dr. Perles hat in einem Seniester die Universitäts- und die Staats-Preisarbeit geliefert. — Nach Metz wurde Herr Uri, bisher in Brumath, als Rabbiner berufen. — Herr Sanitätsrat Dr. Freund ans Gleimih wurde als Mitglied in den Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes gewählt. — Herr Geheimrat v. Kleichröder in Derlin hat eine Million Mark für ein Koch'sches Krankenhaus bestimmt. — In Kolmar i. P. starb Herr Rentier Eohn im Alter von 105 Jahren. — In Grünstadt starb Eharlotte Hirschbrandt, welche jüngst ihren hundertsten Geburtstag feierte. — In Schornsheim wurde die umgebaute Synagoge durch Herrn Rabbiner Dr. Rothschild aus Alzey eingeweiht. — Das jüngst in Manheim verstorbene Frl. Grödel hat ihre Heimatsgemeinde Friedberg mit einem Legate von 20,000 Mark bedacht, dessen Zinsen zu milden Zwecken verwendet werden sollen. — Herr Siegmund Neustadt zu Uem-Uork hat der Stadt Darmstadt zum Zwecke der Errichtung einer „Moritz Neustadt'schen Stiftung für kranke und schwächliche Kinder armer Eltern" einen Betrag von 15,000 Mark überwiesen. — Die Hinterlassenen der in Gießen verstorbenen Aron Heichelheim'scheu Eheleute haben ein Vermächtnis im Betrage von 40,000 Mark für Unterstützung von Personen, welche durch mißliche Verhältnisse in Bedrängnis geraten sind, gemacht. — Der in Aerlin verstorbene Rentier Jacob Wittgenstein vermachte seiner Vaterstadt Gorbach sein Vermögen von 600,000 Mark zur Errichtung einer Alterversorgungsanstalt. Das Leichenbe-