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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-02-01 · Heft 2 (1.2.1891) · p. Seite 40

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 2 (1.2.1891)
Date
1891-02-01
Page
Seite 40 (sequence 16)
Language
German
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4Ö » Sprachforscher Daniel Sanders in Strelitz schreibt: „Die Bibel als die Grundlage des Volks —, die alten Klassiker als die Grundlage der höheren Bildung: wie wenige kennen sie doch gründlich, d. h. anders als aus einer dunkeln Erinnerung von ihrer Schulzeit her! Wie wenige ahnen daher auch nur, welche reiche Schätze für die Bildung des Geistes, des Gemütes und des Geschmackes hier aufgespeichert liegen und für die allgemeine deutsche Bildung nutzbar gemacht werden können!" Wor zehn Jahren. Aus der Mappe eines Deutschen Israeliten. Sinnend saß ich auf dem Lager, Händ, und Antlitz bleich und hager, Thränen rollten von den Wangen, Konnte nicht zur Ruh' gelangen. Was erfaßt mich denn so schaurig, Macht mich so unendlich traurig? — S'ist der Glaubensbrüder Not, — Schlimmer als der blasse Tod! Man mißgönnet Euch das Leben, Man verachtet Euer Sein, Um dem Spott Euch preiszugeben, Läd't man Menschenmassen ein! Massen, die erbrüllend toben, Wenn der Hohn Euch niederzieht; Massen, die voll Eifer loben, Den, dess' Witz am frechsten blüht. Könnt Ihr länger denn ertragen, Solche Schmach, solch' Uebermuth? — Zu beweisen müßt Ihr wagen, Wie man schwer Euch Unrecht thut! Komm't, ich will den Weg Euch zeigen, Der der Knechtschaft Fessel bricht, Daß in Reumut wieder neigen Jene tief ihr Angesicht: Wers't von Euch die schlechten Triebe, Reinigt in Euch Herz und Sinn, Unverfälschte Gottesliebe Sei Euch Herzenskünd'gerin! Neu lass't glänzen den Krystall, Reiner und uralter Lehre, Und mit lautem Freudeuschall Künd'get Eures Gottes Ehre! Doch vom Kerne, tief verborgen. Sprengt die Schale kühn entzwei, Daß er leuchtend, wie der Morgen, Nah' und fern erkennbar sei. Jener Kern vom ew'gen Wesen, Das da war und ist und wird, Unsichtbar, Feind alles Bösen, Das nie fehlet und nie irrt. Das erhaltend, nicht vernichtend, In der Urkraft sich bewährt, Und mit Ernst und Milde richtend Alles einst zum Guten kehrt. — Das durch ungemess'ne Weiten Unerschöpflich Blüten treibt, Und im Wechsel aller Zeiten, Einig — einzig — einfach bleibt. Faß't ihn wieder, den Gedanken, An dem Genien schöpferisch, Alle Zeit empor sich ranke», Immer wieder grünend frisch! Faß't ihn neu mit jener Glut, Die am Sinai durchglühte Aller Herzen, aller Blut; Als des Blitzstrahls Funken sprühte! Faß't ihn mit dem tiefen Schwünge, Der begeisternd sich entrang, Der Propheten heil'ger Zunge, König Davids Harfensang! Faß't ihn in der hohen Reinheit, Die erschöpfen kann kein Wort, Die in unsagbarer Feinheit Durch's Gemüt nur pflanzt sich fort.!

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