Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1891)
- Date
- 1891-12-01
- Page
- Seite 285 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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den Beschluß faßte, Herrn Bleß mit seiner eigenen Büste aus Marmor, von einem der berühmtesten holländischen Bildhauer angefertigt, beschenken. Es ist ein besonders erwähnenswerter Umstand, daß unter den Mitgliedern des Komitees sich auch die Königin-Regentin von Holland, die Großherzogin von Sachsen- Weiniar, Schwester des verstorbenen Königs und die Prinzessin Marie von. Holland befanden. — In Stockholm starb der berühmte Tenorist Herr Leopold Labalt. Zu seinen bedeutendsten Leistungen gehörten der Eleazar in der „Jüdin" und Vasco de Gama in der „Afrikanerin." — In Padua fand am 16. September im israelitischen Tempel die Trauung der Signorina Ada Lu;;ati, Tochter des italienischen Schatzkanzlers mit Signor Enriro Pontremoli de Kettelst durch Herrn Oberrabbiner Prof. Lolli statt. — Herr Dr- Ludwig Stein, bisher Professor ani Polytechnikum zu Zürich, ist als ordentlicher Professor an die Universität in Kern berufe» worden. — In St. Gallen feierte Herr Rabbiner Dr. Engelbert unter freudiger Beteiligung der dortigen israelitischen Religionsgesellschast sein 25jähriges Jubiläum. — In Korlröping wurde Herr W. Levy zum Rabbiner erwählt. — Nach einer Meldung der „Ephimeris" in Athen aus Korfu hat die Untersuchung betreffs der daselbst stattgehabten antisemitischen Unruhen ergeben, daß das Kind, dessen Tod die Unruhen veranlaßt haben sollte, jüdischer Abstammung war und sich bis zu seinem Tode bei jüdischen Verwandten aufhielt. — Auf Eorfu läßt Ihre Majestät die österreichische Kaiserin Elisabeth dem Dichter Heinrich Heine ein Denkmal errichten, mit dessen Ausführung der in Rom lebende dänische Bildhauer Hasselriis betraut wurde. Es ist dieses Denkmal ein Ersatz für die dem Dichter aus deutschem Boden verweigerte Anerkennung. — In Starodub fanden Judenhetzen statt, die einen bedauerlichen Ausgang nahmen. Auch fanden in zahlreichen Ortschaftendes Gouvernement Ucherniaow Ausschreitungen gegen die Juden statt, wobei ca. 500'Juden verwundet unv sogar dreißig getötet worden sind. Die wütende Menge plünderte mit bestialischer Rohheit und raubte was nicht niet- und nagelfest war. — Am 27. September verschied in Gdessa Frau Kalerija Kubinstein, die Mutter des berühmten Komponisten und Pianisten A. G. Kubinstein. Dieselbe wurde 1807 in Lissa in preußisch Schlesien geboren; 1835 siedelte sie mit ihrer Familie nach Moskau über, wo der Vater Rubinsteins eine Bleistift- und Stecknadelfabrik eröffnet«. Die Verstorbene war äußerst musikalisch, und A. G. Rubinstein verdankt ihr, wie er selbst in seiner Autobiographie gesteht, viel für seine musikalische Entwickelung. — Bei der Einweihung der landwirtschaflichen Farm des jüdischen Waisenhauses in Gdessa äußerte der Stadtpräfekt, Admiral Seleny, den Wunsch, die jüdische Intelligenz möge die Massen von der Auswanderung abhalten und sie im Lande dem Ackerbau zuwenden. — An der Universität in Harvard in Amerika ist durch Widmung einer großen Goldspende von Herrn Jakob H. Schiff ein semitisches Museum eröffnet worden. — In Kew-Uork feierte Frau Fanny Falkenburg, geborene Geldschmidt, ihren 101. Geburtstag. — Man berichtet uns: In San Francisro wurde eine Synagoge eingeweiht. Herr Dr. Falk Kidaver hielt die Einweihungsrede und sagte unter Anderem: „Möge dieses Gotteshaus sein und bleiben ein Bethaus für Jedermann. Jude oder Nichtjude trete ein zur Anbetung und zum Preise Gottes. Mögen alle Gebeugten, alle Betrübten in diesem Hause Trost und Aufmunterung finden; möge es eine Stätte^ der Eintracht werden, an welcher Sein Name verherrlicht wird." Es sprachen ferner Herr Dr. H. K. Levy aus Chicago und Herr Dr. Iarob Vorsänger. Sejj* tere sagte: „Das Licht und nicht die Lampe, ist das Symbol, das Israel in