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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-12-01 · Heft 12 (1.12.1889) · p. Seite 288

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 12 (1.12.1889)
Date
1889-12-01
Page
Seite 288 (sequence 24)
Language
German
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288 sollen unpopulär gemacht, die Volksrechte sollen geknebelt werden. Die Uebelstände werden durch Abschlachtung, Beraubung oder Austreibung der Juden nicht um ein Haar besser. Es ist eine seltsame Welt, meint der Verfasser, Alles drängt mit aufgesperrtem Schnabel nach der großen Futterkiste und dem Juden gönnt Man nicht, daß er sich selbst ernährt, die Schürnng des Hasses, sei nur ein Kampf-Mittel, Reaktion das Kampfziel. Die antisemitische Hetzbewegung sei recht- und sinnlos und eine Tendenzlüge. Die wissenschaftliche Rassen-Lehre der Antisemiten endet theoretisch in Unsinn, praktisch in Barbarei. Möge diese Stimme eines ehrlichen unparteiischen Christen weithin Beachtung finden! — „Iouel Fortunat." Ein Roman aus Rumänien von Marco Droriner. 2 Bände. (Stuttgart, Leipzig, Berlin, Wien Deutsche Verlags-Anstalt 1890). Fast in gleicher Zeit, da dieser Roman die Presse verlassen, ging das von dem Verfasser und von Ludwig Ganghofer entworfene Drama „Die Hochzeit von Valeni", dessen Handlung diesem Roman entnommen ist, über die Bühne. Wir haben in demselben Typen aus den verschiedenen Gesellschaftskreisen Rumäniens vor uns, denen man es anmerkt, daß sie dem Leben entnommen sind und die uns darum mit einem Volksstamm vertraut zu machen geeignet sind, der neben deu Lastern einer raffinirten Zivilisation uns ungebrochene Kraft eines jugendlich aufstrebenden Volkes verrät. Die Figuren des Romans sind lebendig und wahr gezeichnet, die Handlung spannend, die Sprache frisch und packend und der Gang psychologisch fein durchdacht und ausgeführt. Die mit dem Judentum zusammenhängende Hauptgestalten Lea, Iouel Fortunat und namentlich Zilibi Psantir sind meisterhaft gezeichnet. Am Schlüße ersehnt man zwar eine endliche Verbindung Jouel's mit Lea, ein Schuß jedoch, der das Herz des Letzteren trifft, giebt dem Roman eine andere abschließende Wendung. — Das Evangelium Manhaei vor dem Forum der Bibel und des Talmud von vr. med. K. Lippe. Jassy (Druck und Verlag von Isidor Schorr. 1889. Preis 2 Franks). Es ist dem gelehrten Verfasser weniger darum zu thun, eine Kritik des Evangeliums Matthaei zu veröffentlichen als vielmehr jene Stellen zu beleuchten, welche dem jüdischen Schrifttunie entnommen und entstellt wiedergegeben sind. Es wird dadurch immer mehr die Ansicht Geltung gewinnen, daß man in echt jüdischein Geiste geschriebene Bücher, wie die Evangelien, nur auf Grund einer gründlichen Kenntnis der jüdischen Litteratur wissenschaftlich zu behandeln im Stande ist. Diese Schrift, auf die wir hier, weil es zu weit führen würde, nicht ausführlich eingehen, ist reich an wertvoller Aufklärung über Stellen des neuen Testamentes auf.Grund von Bibel- und Talmudstellen und wird in dieser Form am besteil geeignet sein zu zeigen, wie die Antisemiten sich in ihr eigen Fleisch schneiden, wenn sie den Talmud als die Quelle aller Uebel, die augeblich vom Judentume ausgehen, bezeichnen. _ Inhalt: Zur Erinnerung an Dr. Samuel Hirsch. Gedächtnisrede gehalten von Dr. K. Köhler in New-Uork. — Esterka von Leopold von Sacher-Masoch. — Die soziale Frage im Judentum. Von Dr. Adolf Kurrein, Rabbiner und Prediger in Teplitz. — Dr. med. Adolf Wittner. Ein Gedenkblatt. Rede gehalten an seinem Sarge am 5. November 1869 von Rabbiner Dr. N. Brüll. — Die Fuchsfabeln des Berachja Hannakdan. Uebersetzt von Dr. Julius Landsberger, Landrabbiner in Darmstadt. Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Beilage. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Bichnner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main. V*Vv

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