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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-12-01 · Heft 12 (1.12.1889) · p. Seite 282

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 12 (1.12.1889)
Date
1889-12-01
Page
Seite 282 (sequence 18)
Language
German
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282 Dagegen wurde beschlossen, daß bis zum 31. März 1890 Lehrer, welche das fünfzigste Lebensjahr noch nicht überschritten haben, nach Maßgabe der geltenden Vorschriften als aktive Mitglieder ausgenommen werden können, jedoch außer dem Einkaufsgeld mit Mk. 80 noch die Beiträge für die vom 40. Lebensjahre an zurückgelegten Jahre nachzuzahlen haben. Nach Beendigung der mehrstündigen Beratungen vereinigte der Vorstand die von auswärts gekommenen Teilnehmer bei einem gemütlichen Abendessen. — Die „Bersorgungsanstalt für Israeliten" in Frankfurt a. M. hat den Verwaltungsbericht für die Jahre 1885—1888, ausgegebett. Aus demselben ist zu ersehen, daß man dem erstrebten Ziel, der Anstalt ein neues Heim zu gründen, erheblich näher gerückt ist. — Das in St. Petersburg im Jargon erscheinende „Jüdische Volksblatt" hat einen Artikel „In Deutschland" Notizen unserer „Monatsschau" entnommen. Interessant dabei ist, wie sie unsere Mitteilungen, Predigten von Bornemann und Keßler (S. 235. 236) und den Aufsatz des Herrn Funke betreffend einleitet und abschließt. Des Jargons entkleidet lautet die Auslassung also: „Folgende drei Predigten von christlichen Geistlichen sind wert nicht nur für Christen, vor welchen sie gehalten wurden, in Erinnerung zu bleiben, sondern auch für die Juden, welche alle den großen Wert, den das Judentum hat, nicht kennen, denn unsere Rabbiner und Prediger sagen uns allerlei Dummheiten, nur nicht rechte Sachen. Keiner von ihnen sucht uns zu erklären, was unser reiner Glaube und unsere heilige Thora geleistet haben für die ganze Menschheit im Allgemeinen und welches Licht sie über die Welt ausgebreitet haben. Die Christen sind gerecht und sie sagen das Alles offen heraus, jedoch wissen wir es? Unsere Nationalisten sind gegen uns mit Feuer gelaufen, als wir äußerten, unsere Kraft bestehe noch in dem reinen Glauben, in guten Eigenschaften und edlen Thaten, und nicht in der Stärke nach Art der Makkabäer. Herr Keßler sagt, daß die Christen rot werden dürfen vor Scham, wenn sie die guten Eigenschaften der Juden mit ihren bösen Eigenschaften vergleichen. Noch viel röter dürfen wir selbst werden, daß wir allein unsere Mission nicht verstehen, und unsere Nationalisten haben sogar die Frechheit zu behaupten, daß die Juden eine geistige Mission nicht mehr haben und nur Bestand haben können, wenn sie die Faust kultivieren." — Welch' einen Einblick gewähren uns diese Worte des Jüdischen Volksblattes und wie traurig ist es, daß die Juden ihre geistige Mission nicht begreifen und erfassen können! — In einer Korrespondenz aus Kerlin, in der „Neuzeit" Nr. 42, die Besetzung des Prager Oberrabbinates betreffend, heißt es von dem unter Leitung des Dr. Hildesheimer in Berlin stehenden Seminare: die Parole dieses Seminars lautet: Spaltung der Gemeinden, separate Friedhöfe, Verpönung des Chorgesanges, kein Regenschirm und kein Kamm am Sabbat, Vergötterung jedes veralteten Usus, Kampf und Streit, Unfrieden und Unverträglichkeit wegen klein-, licher Dinge, die mit dem Kerne des Judentums nichts zu thun haben. Großes Unheil hat die Partei, welcher dieses Seminar angehört, in Deutschland gestiftet. Soll nun ein Missionär derselben mit dem Programme des Unfriedens und eines für unsere Jugend absolut unbrauchbaren Judentums nach Prag versetzt werden? — Gelegentlich der Besprechung des Werkes von vr. Leopold Auerbach: „das Judentum und seine Bekenner in Preußen und anderen deutschen Bundesstaaten schreibt die „Freisinnige Zeitung" (Nr. 243): Uns liegt es fern, über den verschiedenen Wert der einzelnen Richtungen innerhalb der jüdischen Religionsgemeinschaft ein Urteil abzugeben, aber als Außenstehende können wir uns nicht verhehlen, daß, wenn das Judentum nicht aus sich heraus manche Einrichtungen

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