Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1889)
- Date
- 1889-12-01
- Page
- Seite 279 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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279 zur Höhe des ewigen Lichtes erhoben, sein Andenken wird uns stets erhalten bleiben. Er wird fortleben in den Herzen der treuen Geschwister und Verwandten, die das Hinscheiden des Frühverblichenen mit tiefem Schmerze beklagen, er wird fortleben bei uns allen, die wir seines Wohlwollens und seiner liebreichen Theilnahme uns erfreuen durften. Ehre sei dem Andenken des Verewigten, Friede seiner Asche! Die Auchsfaöekn des Merachja KannaKdan. Übersetzt von vr. Julius Landsberger, Landrabbiner 'in Darmstadt. Das Wildschwein, der Hirsch und andere Tiere. Eine widerspenstige, befleckte Seele, Wird so leicht nicht wieder ohne Fehle. Im Straßenkote wühlt, — das Wildschwein und fühlt — sich froh bewegt — int Schlamme, den es aufgeregt. — Und wie es im Wald — so freudig schallt! — Da ist ein Gelage festlich — die Speisen der Gäste sind köstlich;— denn der Hirsch freiet seine Verwandte — und zur Hochzeit kamen alle Bekannte — von den Tieren, welche gehn auf Vieren. — Jedes sättigt sich bei Tisch — an Brod, Mehl, Fleisch und Fisch. — Fröhlich schmauseit sie bei der Feier — mit der Braut und ihrem Freier; — mit diesen zehret im Verein — während sieben Tage Groß und Klein. — Wohl hört das Schwein, — das Lärmen und das Schrei'n, — doch es richtet nicht seinen Sinn — auf dieses Alles hin. — Ein Hirsch erblickt das Schwein, das schmutzige, jetzt, — wie es am Kote sich letzt, — mit dem Rüssel fressend gewühlt hat, — bis es sich satt gefühlt hat. — Da sprach er zu ihm alsbald. — „Komm' doch in den festlichen Wald, — dort weilt fröhlich der ganze Schwarm — sonder Falsch und Harm.— Was deine Augen begehren — kannst du dort verzehren — und nicht in kärglicher Weise — genießest du dort die Speise. — Auch ist jedem Tiere freigegeben, — nach eigner Art zu leben. — Bloß, daß es zum Schmuck ihm sei, — trägt dort der Hirsch sein Geweih! — und welch' freudige Gefühle sein Herz durchdringen, — kann jeder Vogel dir Kunde bringen. — Die Gerichte sind dort mannigfaltig, — selbst die Gefäße vielgestaltig. — Und wie die Hindin durch ihreir Anblick entzückt! — die für den Hirsch sich schön geschmückt! — Denn was herrlich auch sein mag — am herrlichsten ist der Hochzeitstag." Da erwiedert das Schwein geschwind: — „Wenn dort alle Speisen sind, — wird da auch Kleie gereicht, — in warmem Wasser geweicht? — oder habt ihr zu essen bekommen — Kot, von den Straßen genommen? — Denn wie diese ist nicht Leck'res vorhanden — in allen Landen. — Muß ich die beiden dort missen, — milndet mir kein anderer Leckerbissen. — Diesen Gleiches Hab ich nie genossen, — bessre Speise ist nie mir zugeflossen." — Diese Fabel geißelt den, der frevlem Thun sich hingegeben, — daß' Gier nicht weicht von sündgem Leben, — bis schmutzig seine Seele — und voller