Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-09-01 · Heft 9 (1.9.1889) · p. Seite 216

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 9 (1.9.1889)
Date
1889-09-01
Page
Seite 216 (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2969669-2969768-2969778--2694-2972886
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

216 wurden, die dem Verständnisse entgegenstehenden Schwierigkeiten zu beheben, was denn auf diesem Wege auch in der That gelungen zu sein scheint. Der Verfasser des vorliegenden Werkes, einer der berufensten Meister auf dem Gebiete der Schriftexegese, glaubt solcher Notbehelfe entbehren zu können. Die vortreffliche Uebersetzung, Eintheilung und Erklärung drs Hohenliedes, die in demselben uns geliefert wird, zeigt, daß auch ohne solche Annahme hier auszukomnie» ist. Eine feinsinnige Auffassung des Ausdrucks und Inhalts glättet die Unebenheiten, wie auch durch eine auf sorgfältigste Prüfung des letzteren beruhende Einteilung desselben der dramatische Charakter des hohen Liedes in zweifelloser Klarheit hervortritt. Mit Recht sagt der Verf. (S. 117): „Das Drama steht vor uns da, unabweislich, fest wie eine unerschütterliche Säule . . . Wir haben eine Schürzung des Knotens, Fortgang der Handlung, iminer weiter gesteigerte Conflicte, agirende Personen mit Ausspräche ihrer Empfindungen, Dialoge, Monologe, Erzählung, Schilderung, eine Peripetie, die Lösung und deutliche Darlegung der Grundidee des Stücks. Was will nian noch mehr? Die lieber - eiustimmung niit den griechischen Dramen, selbst in Nebensächlichem ist wahrhaft überraschend .... Man könnte sagen: der hebräische Dichter ist ein griechischer Dramatiker Jahrhunderte früher, als es bei den Griechen ein Drama gab. Der Nachweis dessen ist die Aufgabe, die der Verfasser in seinem Werke sich gesetzt und von dem oben angegebenen Standpunkte aus auch glücklich gelöst hat. — „Wasteach Ha Pijntim, Index zu I)r. Zun;'« Litteraturgeschichte der fynagogalen Poesie, von Ad. Gestetner, Herausgegeben durch das Curatorium der Zunz-Stiftung, (Berlin 1888, Kauffmann, Frankfurt a. M.) Es mögen wohl an sechs Tausend Dichtungen, Festhymnen, Bußgebete und Klagelieder sein, die, von Verfassern der verschiedensten Länder und Zeiten herrührend, das religiöse Dichten der Judenheit in dem synagogalen Gottesdienste zum Ausdrucke bringen. Die meisten derselben gehören jetzt nicht mehr üblichen Riten an und mußten, um zu unserer Kenntniß zu gelangen, fast wieder erst entdeckt werden. Zunz, der zum großen Theile selbst diese Arbeit gethan, hat überdies in seinem monumentalen Werke „Litteraturgeschichte der synagogalen Poesie" die sämtlichen bisher bekannt gewordenen Gebetsdichtnngen in chronologischer Reihenfolge beschrieben, doch wurde schon bei dessen Erscheinen ein registrirendes Verzeichnis derselben vermißt. Ein solches wird uns nun in vorliegender Schrift geliefert, die insofern als eine wichtige und unentbehrliche Ergänzung des Zunzschen Werkes anzusehen ist, als dadurch der Gebrauch desselben wesentlich erleichtert wird. Gestetners Index läßt an Genauigkeit und Uebersichtlichkeit nichts zu wünschen übrig. — „Die Kunst, die hebräische. Sprache durch Selbstunterricht schnell nnd leicht zu erlernen, theoretisch-praktische Sprachlehre von K. Manastemitsch", «Wien, Pest, Leipzig, Hartleben.) Diese für Autodidakten bestimmte Grammatik entspricht nicht nur ihrem Zwecke, sonder» dürfte auch dem Unterrichte der reifereil Jugend mit Aussicht auf Erfolg zu Grunde gelegt lverdeu können. Sie ist nicht mit Regeln und schwerfälligen Technizismen überladen und eilthält zweckniäßig ausgewählte Lesestücke, beueit zu erleichterndem Gebrauch ein hebräisch-deutsches Glossar hinzugefügt ist._ Inhalt: Der MesjmsbegnffUlJu6 ett~und Christentum. — Aus dem Schristjchatz der Jüden Bon Rechtsanwalt Emll Lehmann in Dresden. (Fortsetzung) — Grundsätze der _jüdischen Sittenlehre. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Beilage. Verantwortlich-r Redakteur und Herausgeber I)r. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.