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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-09-01 · Heft 9 (1.9.1889) · p. Seite 199

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 9 (1.9.1889)
Date
1889-09-01
Page
Seite 199 (sequence 7)
Language
German
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199 Und Deiner Weisen heil'ge Klänge, Sie dauern fort, doch rasch verrinnt Was falscher Götter Diener sinnt. Drum Heil dem Mann, der harrt in Treue Bis einst Dein Glanz erstrahlt aufs Neue, Dem Manne Heil, der's mitgenießt Wenn wieder Jugend dir ersprießt. „Ja — singt Heinrich Heine — Ja, das ist das Zionslied, das Jehuda ben Halevi sterbend auf den heiligen Trümmern von Jerusalem gesungen-" Auch uns, denen Jerusalem nur im erhabenen Abendrot der geschichtlichen Erinnerung strahlt, versetzt dieser glühende Erguß eines begeisterten Patrioten von vor 800 Jahren in tiefste Rührung. Und wenn Jehuda Halevi entsagend klagt: Ob Israel siegt, Obs Edom erliegt, Mein Wehruf gilt Beiden Mein Loos bleibt ja — Leiden; so hat er ein Echo in Heinrich Heines „An Edom" gefunden: Ein Jahrtausend schon und länger, Dulden wir uns brüderlich, Du, Du duldest, daß ich athme, Daß Du rasest, dulde ich. Diese drei großen Dichter hat ein späterer Makamensänger Alcharisi (1170—1230) treffend gekennzeichnet, was Heine wiedergab: Durch Gedanken glänzt Gabirol, Und gefällt zumeist dem Denker, Jbn Esra glänzt durch Kunst Und behagt weit mehr dem Künstler — Aber Beider Eigenschaften Hat Jehuda ben Halevi, Und er ist ein großer Dichter Und ein Liebling aller Menschen. Abraham Jbn Esra, ein anderer bedeutender Dichter der jüdisch-spanischen Schule (1092—1167) in dem der gläubige und der zweiflerische Sinn sich die Wage halten, schildert den Dichtungsdrang der Völker also: Das Liedchen aus der Araber Mund Besingt der süßen Liebe Bund, Edom singt nur von Kämpfen und Kriegen, Von blutigen Heldenthaten und Rachesiegen, An Witz und Geist ist Hella's Muse groß Und Räthsel kommen aus der Inder Schooß. Doch Lieder, die zu Gottes Ruhm erklingen, Vermag nur Israel zu singen. Witzig verspottet er sein persönliches Ungemach: Nichts bringt mir Gewinn, Was ich auch beginn', Wollt mit Licht ich Handel treiben

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