Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1889)
- Date
- 1889-09-01
- Page
- Seite 197 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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197 Jener Sabbathhymenäen Mit den jauchzend wohlbekannten Melodien lecho claudi. Der Verfasser dieses Gedichts heißt — wie das Akrostichon lehrt — Salomo halevi. Jehucla halevi dichtete aber das schöne Lied: Freund Sabbath. Reich mir den Kelch zur Liebesfeier, Gruß Sabbath Dir, du lieber treuer. Sechs Knechte sind die Wochentage, Werd' ich auch matt von ihrer Plage Sie sind mir leicht, ich dulde, trage, Weil Sabbath mir so wert, so theuer. Sobald am ersten ich beginne, Auf Sabbath ist's worauf ich sinne, Was von der Arbeit ich gewinne Es ist für Sabbaths Segenscheuer. Sollt' ich am Montag, Dienstag sorgen, Am Mittwoch, weil Dein Licht verborgen? Möcht' neidisch doch die Sonn' erborgen Den Sabbathstrahl, das heilte Feuer. Der fünfte schon ruft Heil mir zu „Ja, morgen wird Dir Geistesruh, „An Gottes Tisch ein Gast bist Du „Früh Knecht noch, Abends doch ein Freier." Der sechste drum mich hocherfreut Naht eilig ja der Ruhe Zeit! Trifft mich an ihm noch herbes Leid, Der Abend deckts mit sanftem Schleier. Es dämmert, mir ists hell und licht Ich schau' des Sabbaths mild Gesicht Bringt Kuchen, spart die Früchte nicht, Dem trauten Freund erklingt die Leier! Reicht mir den Kelch zur Liebesfeier, Gruß Sabbath Dir, Du lieber, treuer! Und nun (wieder nach Geiger's schöner Übersetzung) Jehuda halevi’s prächtiges Zionslied: Willst Zion Du nicht auch entbieten Den Flüchtlingen den Gruß und Frieden, Der Heerde Rest, die weit versprengt Und Dein in warmer Liebe denkt? Auch ich, der Sehnsucht Fessel tragend, Um Deinen Fall mit Thränen klagend — Ach strömten sie auf Deinen Höhn — Auch ich will Heil für Dich erstehn. Ob Deines Elends gleich' ich Eulen, Die an den Trüinmern klagend heulen, Träum' ich, daß Du erreicht Dein Ziel, Dann tönts' in niir wie Saitenspiel.