Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1889)
- Date
- 1889-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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HoM« -räseroselrafftitfy onai§l»lätte? zur Netehrung «6er das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Mrgan des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von Dr. Adolf Brüll. AbonnemenLspreis Mk. 6 per Jahr. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. S. Jahrgang. Frankfnrt a. M., den 1. Mai 1889. Kummer 5. Merlhold Auerbach als Jude. Von Rechtsanwalt Emil Lehmann in Dresden. (Schluß.) Und in seiner Sorge für sie sollte er nicht zur Ruhe kommen. Im Mai 1881 entrissen ihm die Blutscenen in Rußland folgenden Wehruf: „Die Gemeinheit, die sich bei uns in Deutschland breit macht, zeigt sich in Rußland gleich brutal als Raub und Mord. Und wenn ich dann denke, wieviel hundert Inden jetzt dort gemordet und geschlagen sind, so blutet mir das Herz, und es erscheint mir wie eine Hartherzigkeit, daß wir da draußen uns vergnügen, Kunstgenüsse und Alles haben, und dort ist Jammer und Wehschrei." — „Ich kann nicht sagen, wie verzweifelt mich die Judenhetze in Rußland macht und diese beständige Drohung überall. Wie ein grausames Rätsel stellt sich die Erneuerung der gräulichen Gemeinheit dar. Ich meine, daß eine solche Epidemie, solche Seelenvergiftung noch nie in der Welt war. Der Verstand steht Einem still, aber das Herz will nicht stillstehn. Man tröstet einander, es wird wieder besser und es wird wieder anders; aber diese Aussaat von Gemeinheit und Ruchlosigkeit, die verschwindet nicht sobald wieder aus den Gemütern und Tausende gehn in den Straßen umher, und müssen jedem Begegnenden dankbar sein, daß er sie nicht beschimpft oder gar attaquirt, weil sie Juden sind." „So wären wir — schreibt Auerbach — 16. Juni 81. — also so weit, um den Judenmissionären zu Dank verpflichtet zu sein gegen Stöcker. ES ist schon traurig genug, daß die Judenmissionäre da helfen sollen, denn es ist doch