Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1889)
- Date
- 1889-04-01
- Page
- Seite 96 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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96 Standpunkt und das Princip derselben mit den Worten der Begründer derselben klar dagelegt. Das Buch wird in gebildeten Kreisen mit Freuden ausgenommen werden, die daraus die nötige geistige Wegzehrung für ihr religiöses Fühlen und Denken in Uebereinstimmung mit ihrer Gesinnung und Richtung finden werden. — Im Verlage der Friedr. Korn'fchen Hnchhandlnng in Nürnberg ist erschienen: „Lehrbuch der jüdischen Geschichte von Dr. M. Lev in." Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Man schreibt uns hierüber: Dieses Lehrbuch besitzt große Vorzüge, die dessen Einführung in Schulen empfehlen. Der Stoff ist klar, leicht faßlich behandelt und geben die Lesestücke aus der jüdischen Litteratur S. 212—291 reichen Stoff, um die Jugend in unser erhabenes Schrifttum einzuführen, wodurch die geschichtlichen Epochen und Persönlichkeiten erst ins rechte Licht gestellt werden. Deni wertvollen Buch ist ein Anhang „der Synagogenkultus in seiner geschichtlichen Bedeutung" beigegeben, der durch Uebersetzungen aus der Gebetlitteratur belebt, bereichert werden könnte. Das Buch hat so viele Vorzüge für Lehrer und Schüler auch durch seine praktische Handlichkeit und angemessene Ausstattung, daß wir es als ein sehr gutes und brauchbares bezeichnen können und somit für Schule und Haus aufs wärinste empfehlen. — „Zur Wahl eines israelitischen Religionslehrers." Allgemein zu erwägende Geschichtspunkte von U. Keine, Lehrer. (Bielefeld 1888. Im EigenveMg des Verfassers.) Der Verfasser der Schrift, ein den Idealen des Judentums treu gebliebener Lehrer, der geistig rein geblieben, zeichnet uns der hohen Auffassung gemäß, die er von dem Judentum und seinen Lehrern hat, den geistigen Standpunkt, den dieselben in der heutigen Zeit einzunehmen haben, wenn ihre Wirksamkeit eine segensvolle sein soll, wenn sie nicht unsicher leitungs- und ziellos auf dem weiten Meere religiöser Meinungen hin- und hergeworfev werden sollen. Er verlangt von dem Lehrer Sicherheit, Bestimmtheit, unverrücktes Verfolgen eines festen Zieles, er darf nicht furchtsam und angstvoll umherschauen, die Stimme der Wahrheit soll er laut erschallen lassen, er darf nicht in furchtsamer Weise vor den Großen und Mächtigen zittern und sein Donnerwort der Mahnung und des Vorwurfes nur den Ohren der Armen und Schwachen zutönen lassen: frei und offen muß er vor Allen ohne Unterschied des Ranges, des Standes, der Religion seiner Ueberzeugung den kräftigsten Ausdruck leihen. Israel k>at keine Männer nötig, von denen Jeremias (6, 14) spricht: „Sie heilen die Wunde der Tochter meines Volkes auf leichtfertige Weise, indem sie sprechen: Friede! Friede! wo doch kein Friede ist. Nein Wahrheit, nicht lügnerischer Trug und gleißnerische Beruhigung ihnen uns not. Was Herr Heine auf Seite 10—12 über das Freimaurertum ausspricht, bedarf der Einschränkung und Berichtigung, da auch die Gottesidee dessen Seele und Säule ist. Wir wünschen dieser aus tüchtiger Gesinnung und ehrlicher Begeisterung stammenden Schrift viele einsichtige Leser. Inhalt: Rede gehalten bei der Gedächtnisfeier für weiland Kaiser Wilhelm I. in der Real- und Volksschule der israelitischen Gemeinde zn Frankfurt a. M. von Dr. Adolf Brüll. — Rabbiner Dr. A. M. Goldschmidt in Leigzig. Von Bern-Bodek. — Der politische und religiöse Charakter des Flavins Josephus. Bortrag von Dr. Adolf Rosenzweig in Berlin. — Berthold Auerbach als Jude. Von Rechtsanwalt Emil Lehmann in Dresden. (Forts.) — Marcus Eliezer Bloch. Von L-w. —Monatsschau. — Referate _und Mitteilungen — Beilage._ Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei jF. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.