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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-04-01 · Heft 4 (1.4.1889) · p. Seite 95

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 4 (1.4.1889)
Date
1889-04-01
Page
Seite 95 (sequence 23)
Language
German
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Geschickes des hoffnungsvollen Fürsten erfüllten, in schwungvoller, an ihm gewohnter, meisterhafter Weise Ausdruck zu leihen. Am Schlüsse sagt der Redner von dem Heimgegangenen: Denn in dieser Zeit des Racen« und Religionshasses erhob er sich als eine eherne Säule der Gleichberechtigung, strahlte er als ein Muster religiöser Duldsamkeit, glänzte er als Vorbild edler Humanität. — terr Michael Kapo, im Vereine mit Herrn Adolf v. Zemlinschy, haben eine eschichte der türkischen Gemeinde in Wien von ihrer Gründung bis heute nach historischen Daten herausgegeben. Die Berichte über die ersten Gründer dieser Gemeinde, unter welchen Diego d’Aguilar, ein spanischer Emigrant, welcher später unter Kaiserin Maria Theresia Hofjude und Pächter des Tabakmonopols war, eine hervorragende Rolle spielte, sind äußerst interessant. — Die Gedichte des Herrn Dr. Salomon Ettinger in der Jargonsprache, 17 Bogen umfassend, erscheinen deninächst in Petersburg in der Druckerei des Herrn A. Ettinger daselbst. — Herr Dr. A. Harkavi) beabsichtigt unter dem Titel „Bibliotheca Saadiana" Handschriften Saadias herauszugeben, seit dessen Wirksamkeit als Gaon in Israel im Jahre 1892 tausend Jahre verstrichen sein werden. — Herr Dr. Ul. Heidenheim veröffentlicht unter dem Titel „die samaritanische Liturgie" (Leipzig, O. Schulze), eine Auswahl der wichtigsten Texte aus den Handschriften des Britischen Museums und anderer Bibliotheken in hebräischer Quadratschrift. — Der jüngst ausgegebene Katalog von I. Kaussmann in Frankfurt a. M. enthält 2647 Nummern Druckwerke und 149 Nummern handschriftliche Werke. — Im Verlage von Wilh. IakobsohnkEo. in Kresla« erschienen in fünf Teilen ä 2 Mark die äußerst selten gewordenen „Sechuth Aboth", Homilien über die Sprüche der Väter zur erbauenden Belehrung über Beruf und Pflicht des Israeliten von Dr. Wolf Al. Weisel, weiland Oberrabbiner in Pest. — Unter der Redaktion des Herrn Drinard in Aem-Uork (29 Orchard Street) erscheint eine hebräische Wochenschrift „The Nationalist.“ — Herrn M L. Kodkinsohn läßt in Uem-Vork, wo er seinen Wohnsitz hat, die Fortsetzung seiner hebräischen Wochenschrift „Hakol" erscheinen. — In der „Theologische Zeitschrift aus der Schweiz" Jahrg. 5, Heft 4 findet sich ein Aufsatz „Zur Charakteristik der Schriftgelehrten inr Neuen Testament" aus den „Sprüchen der Väter". — Im Verlage von Kosenthal & Go. in Derlin ist erschienen: „Religions-Lehrbuch nach den Grundsätzen der jüdischen Reformgemeinde zu Berlin, verfaßt von Dr. Immanuel Heinrich Ritter, Prediger derselben." Es sind in diesem Buche die wichtigsten Grundlehren des Judentums kurz und klar zusammengefaßt und mit Wärme dargestellt, in welchem „Glaube und Pflichten" anknüpfend an die zehn Sinaiworte den größten Raum Seite 7—35 einnehmen. Auf Seite 36 wird darauf hingewiesen, daß die zweiten Feiertage wegfallen, weil auch der Grund, aus dem sie gehalten werden, hinfällig geworden. „Nur der Neujahrstag dauert", schreibt der Verfasser, „auch bei uns zwei Tatze, weil das Andachtsbedürfnis ein gesteigertes und der Gegenstand der Feier ein so hervorragend ernster und wichtiger ist, daß er nicht so leicht erschöpft werden kann". Der Standpunkt der Reform tritt auf Seite 4b bei Hervorhebung der Bedeutung des 9. Ab hervor und ebenso auch in dem Abschnitte Seite 47 „Vom Gottesdienste und Gebet", welches in der Muttersprache verrichtet wird, bis auf die Losungsworte des Judentums, wie das Schema und einige andere Sätze, die in hebräischer Sprache gesprochen werden. Im achten Abschnitt „Unsere Religion und ihre Entwicklung", wird die im Jahre 1845 gegründete Berliner Reformgemeinde als Gipfelpunkt bezeichnet und der

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