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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-02-01 · Heft 2 (1.2.1889) · p. Seite 46

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 2 (1.2.1889)
Date
1889-02-01
Page
Seite 46 (sequence 22)
Language
German
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46 „Les Juifs a Paris clepnis le VI. Siecele“ erschienen. 1832 gab es in Paris 2723, jetzt 50000 Inden. Es werden in diesem Bnche, das die beste Widerlegung gegen die Antisemiten in Frankreich bildet, die Namen der Juden angeführt, die Hervorragendes in Kunst und Wissenschaft geleistet und die sich in hohen Aenitern und Würden befinden. — In Frankreich hat sich der Schriftsteller Alphons Daudet den Antisemiten augeschlossen. — In Drülsel wird demnächst der Friedhof der jüdischen Gemeinde zu St. Gilles demolirt werden. Es würde sich empfehlen, sämmtliche Grabsteine zu copiren und in ein Gedenkbuch zu sannneln. - Am 23. Dezember starb Herr Lanreuce Gliphant in Pvickenoam. Er ist in den letzten Jahren als eifriger Förderer der Kolonisirung Palästina's durch die Inden aufgetreten und hat sein Werk „Haifa", welches Briefe aus Palästina enthält, auf seine schriftstellerische Thätigkeit auch die Aust ^inerksanikeit der russischen Juden gelenkt. Den Adel seiner Gesinnung und die Selbstlosigkeit seiner Bestrebungen werden auch seine Gegner, die ihn für einen ziellosen Enthusiasten hielten, gerne anerkennen. — In London starb Miß Miriam Harris, Vorsteherin einer jüdischen Kleinkinderschnle. Sie leistete Treffliches auf dem Gebiete der Erziehung. Reiches Wissen, inniges Gemüt, tiefdurchdachte Methodik machten ihr Wirken zu einein äußerst erfolgreichen. — In Sradford starb Herr H. U. Gheoob im 81. Lebensjahre. Er gab religiöse und philosophische Abhandlungen heraus, in welchen auch das Judentum behandelt wird. Er gehörte der jüdischen Reformpartei an. Für den Rabbiner Rev. Dr. Strauß bestimmte er letztwillig eine Summe Geldes „als ein Andenken", wie er sich selbst schriftlich ausdrückte, „seiner Hochachtung für denselben." — Im Justizpalaste in London wurde am 28. November die Büste des im Jahre 1883 verstorbenen Sir Georg Jejsel, des ersten Richters jüdischer Herkunft enthüllt. Der Lordkanzler rühmt Jessels hervorragende Geistesgaben, seine Tatkraft und Schlagfertigkeit, seine unübertreffliche Arbeitskraft und sein ungemein scharfes Urteil. — Der Bischof von Satisburii hat in einer Versammlung der Provinzial-Judeu- Missions-Gesellschaft das Judentum als eine große Gefahr für das Christentum bezeichnet, weshalb die Juden sich bekehren müßten. Der hochwürdige Herr wittert Gefahren, die nicht vorhanden sind. Wir glauben, dem Christentum und Judentum drohen Gefahren, aber von ganz anderer Seite, vom Materialismus und Atheismus. Hier muß angesetzt werden im Kampfe, das Judentum bekämpfen aber bedeutet nichts tveniger als das Christentum vernichten. — In London hat Herr John A. Jacobs ein Kunstwerk ausgestellt, ein Gebet in hebräischer und englischer Sprache für das Königliche Haus vermittelst eines Diamanten auf einer Glasscheibe eingegraben. — Madame Julia Wolf, eine englische Jüdin, hat eine Oper „Carina" componirt, deren Aufführung bedeutende Sensation in London erregte; sie erfreut sich nicht blos des ungeteilten Beifalles des großen Publikums, sondern auch der im Fache der Kritik anerkannten Zeitungen und Knnstjnrnale. — In Primsby wurde durch Herrn Dr. Hermann Adler eine Synagoge eingeweiht. — Der jüngst in Padua verstorbene Graf August Horinaldi hat auch für jüdische Arme 10000 Lire bestimmt. — Von dem verstorbenen Papst Pins IX. wird erzählt: Ein getaufter Jude enterbte seine beiden dem Judentnin treu gebliebenen Söhne und bestimmte letztwillig, daß dem Priester sein ganzes Vermögen zufalle, der die erste Messe für ihn lesen würde. Pius IX. beeilte sich, diese erste Messe zu lesen, nahm das Vermögen und wollte es den beiden Söhnen geben, die Söhne wiesen das Geld zurück und Pius IX. verteilte das ererbte Geld an jüdische Flüchtlinge, die sich

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