Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 es von „Jobel" stammt, welches einen sanften Ton bedeutet. Jubiläen wurdest schon im Altertume gefeiert, aber unsere jetzt für solche fixirte Zeit ist auf die christliche Kirche zurückzuführen. Im Jahre 1300 verordnet« Papst Bonifacius VIII. das erste Jubeljahr. 1350 wurde unter Clemens VI. das zweite begangen mnd für Ablauf der nächsten 50 Jahre das dritte bestimmt. Urban VI. bestimmte jedoch jedes 33. und Paul II. jedes 25. Jahr als Jubiläumsjahr. — Es liegt uns ferner vor: Israels Bekenntnis „Schema Israel", in Vorträgen gehalten im Winter 5648/1888 im israelitischen Tempel zu Hamburg vom Prediger Dr. David Leimdörfer (Hamburg, Verlag voll Leopold Voß 1888). Israels Bekenntnissatz, um den sich alle Juden wie um eine Fahne schaaren, so sehr sie auch sonst in Sitten und Gebräuchen auseinandergehen, sucht der gewandte Redner in lichtvoller Weise in vier Reden klar zur Darstellung zu bringen. Es sind wahre kernige Gedanken, die der Verfasser aus dem reichen Stoffe unseres Glaubensbekenntnisses entwickelt, in lvelchen er auf die sittlichen Folgen unseres Glaubens hinweist. Das Buch eignet sich wegen seines gediegenen Inhaltes und wegen der schönen Ausstattung ganz besonders für israelitische Confirmanden, die durch die Lektüre desselben segensreiche Anregungen für Geist und Herz gewinnen. —Im Verlage von Jacob K. Hrandeis in Prag und J. Kauffmann in Frankfurt a. M. sind erschienen: Gedächtnisreden auf hervorragende Männer des Judentums mit eingehender Würdigung ihrer Thaten und Werke voll Dr. Samuel Hack, Rabbiner der israelitischen Kultnsgemeinde zu Smichov (Prag). Diese Reden gehalten zum Andenken an Männer wie Sir Mofes Montefiore, Dr. Zacharias, Frankel, Rabbi Liib. Hack, Dr. Albert Gohn und Dr. Leopold Zun; erregen schon dadurch allemeines Interesse, weil sie Persönlichkeiten behandeln, die auf die Gestaltung des Judentums in diesem Jahrhundert mächtig einwirkten. Geistvolle Auslegungen und lichtvolle Erklärungen sichern diesen Reden, wenn auch ab und zu die Form des alten Deraschah angewandt wird, einen ehrenvollen Platz in der homiletischen Litteratur. Möge Herr vr. Back nur fortfahren, weitere Gedächtnisreden zu veröffentlichen.— Herr Dr. Jakob Tauber, Oberrabiner in Prerau, hat eine daselbst am 2. Tage des Schebuothfestes gehaltene Rede: „Das vierzigste Offenbarungsfest unter der Regierung Sr. Majestät Frau; Joseph I." veröffentlicht. Der geistvolle Redner entwirft ankuüpfend an den Festgedauken ein treffliches Bild der Errungenschaften unter der Regierung Kaiser Franz Josephs und fordert in der Rede zur Gründung einer Kaiser-Franz-Joseph-Jubiläums-Stiftung für biblischen Jugendunterricht in Prerau auf. Wie wahr sind die Worte des Redners, die weitere Verbreitung verdienen: Wir begegnen jungen Leuten, die matt an Wissen, schwach an Gottesfurcht, von Moral und Sitte wenig wissen, daher nicht widerstandsfähig für's Leben sich bewähren. „Während von Zion die Lehre ausging, (Jes. 2,3) geht sie jetzt von Zion weg." Inhalt: Einsichtige Führer thuen uns noth. — Berthold Auerbach als Jude. Bon Rechtsanwalt Emil Lehmann in Dresden. — Stillstand, oder Fortschritt im Judentum. Bon R.-A. — Die Juden in Oesterreich. (1848—18*88.) J. — Das Heil kommt von den Inden. Bon C. Wagner in Sydenham. — Sprüche. (Aus vr. N. Brüll's Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur. Jahrgang IX.) — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Beilage. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am.Main.