Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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23 ansgewanderten Juden gehalten. Auch Herr vr. Derm. Adler hielt eine solche Jargonrede an die versammelte Gemeinde. — Herr Joseph Jakobs in London soll von seiner Reise in Spanien einen ausführlichen Bericht über fast 3000 Dokumente, welche auf die Geschichte der Inden sich beziehen, mitgebracht haben. Weserate und Mtteikungen. Im Verlage von Walther und Apolant in Serlin ist erschienen: Gffener Drief an den Königlichen Geheimen Kegiernngsrath Dr. Heinrich von Hreitschke, ordentlicher Professor an der Universität in Berlin. Von einem deutschen Israeliten. Herr Arnold Kalischer, Amtsrichter in Schwiebns, bringt in diesem 15 Seiten mnfassenden Schreiben zu klarem Ausdruck, was jeder Jude fühlen mußte, als Herr von Treitschke von einer „ansehnlichen Macht des internationalen Judentums" in seinem den beiden verewigten hochseligen Kaisern gewidmeten Nachrufe in den „Preußischen Jahrbüchern" gesprochen, um es in politischer, sozialer und religiöser Beziehung als ein schädliches Element im deutschen Volksleben hinzustellen. Herr Kalischer thut dar, daß der sonst tüchtige Geschichtsschreiber diese Bezeichnungen ohne jede Begründung hingeworfen, und daß dieselben mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden müssen. Wenn es unter den Juden ein internationales Band gibt, so könnte darunter nur die Religion verstanden sein. Dieses verdiente aber kein herabwürdigendes Verurteilen, sondern vielmehr eine lobende Anerkennung. Herr Kalischer gesteht zu, daß es auch unter den Juden gerade so wie unter den christlichen Mitbürgern modern-frivole Genußmenschen gibt, die keinem Ideal, keinem überlieferten Glauben mehr recht zugänglich sind, fügt aber mit Recht hinzu, daß wir uns ihrer schämen und daß wir sie, soweit es unmöglich wird, sie zum Besseren zurückzuführen, weit von uns werfen. Zun« Schlüsse wird der Geschichtsschreiber iin Interesse der Wahrheit und der Politiker im Interesse der Gerechtigkeit und Menschenliebe ersucht Einhalt zu thun mit Schlagworten, welche durch ihren Nebeldunst den glänzenden Himmel deutschen Gemütslebens arg zu trüben geeignet sind. Die Schrift des Herrn Amtsrichters Kalischer verdient schon «vegen des ruhigen besonnenen Tones, in dem sie gehalten, Beachtung und Verbreitung. Wir sind begierig, wie Herr v. Treitschke sich zu diesem Briefe halten wird, den wir hierniit auf's angelegentlichste wollen empfohlen haben. — Das Jubiläum in feiner wörtlichen und historischen Sedeutung. Eine Studie aus Anlaß des 40-jährigen Regierungs-Jubiläums Sr. Allerh. Majestät des Kaisers und Königs Franz Josef I. ist der Titel einer von Dr. Samuel Spitzer, Oberrabbiner zu Weg erschienenen Schrift. Der gelehrte Verfasser, durch seine verschiedenen archäologischen Studien rühmlich bekannt, hat in vorliegendem prachtvoll ausgestatteten Buch das ursprünglich hebräische Wort „Jubiläum" zum Gegenstände einer interessanten Studie geinacht, in welchem dasselbe nicht nur vom philologischen sondern a««ch vom historischen Standpunkt a««s beleuchtet wird. Aeußerst lehrreich ist die Schilderung des Wassergußfestes S. IM—104, das unter der Regierung derKöirigin Salome Alexandra neu belebt wurde und dem nach der Ansicht des Herrn Verfassers eine bedeutende kultur-historische Erinnerung zu Grunde lag. Der Verfasser resümiert selbst das Resultat seiner Arbeit nach welcher das Wort Jubiläum rein hebräischen Ursprunges ist, indem