Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 4) Vergiß den Tod nicht, denn er vergißt dich auch nicht. 5) Die Antwort deni Narren gegenüber ist Schweigen. 6) Kannst du die Hand deines Feindes nicht abschneiden, so küsse sie- 7) Aus den Wolken der Arniut träufeln die Regenströme der Weisheit. 8) Freundlichkeit ist ein Zeichen der Glücklichkeit. 9) Häßlichkeit ist des Weibes treuer Hüter. 10) Das Kapital des Thoren ist die Narrheit und sein Gewinn der Zorn; das Kapital des Verständigen ist die Schweigsamkeit und sein Gewinn die Gelassenheit. (Di-, N. Brüll's Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur. Jahrgang IX.) Worratsfcha u. Am 21. November hielt Herr Dr. Gustav Karpeles aus Kerlin im Mendelssohn-Verein in Frankfurt a. M. einen mit vielem Beifalle anfgenommenen Vortrag über „Humor und Liebe in der hebräischen Poesie." — Am 17. November hielt in einem neubegründeten litterarischen Vereine in Lublinitz Herr Rabbiner I)r. Friedmann einen lichtvollen Vortrag über das Thema: „Ein altgriechisches und ein altisraelitisches Freundespaar". — In Künde wurde am 22. Oktober das 35 jährige Jubiläum des dortigen Predigers Herrn Kronenberg in erhebender Weise unter Beteiligung aller Konfessionen gefeiert. — Am 16. Dezember feierte Herr Oberkantor Moritz Deutsch in Dreslau, aus Uicolsburg in Mähren stammend, seinen siebzigsten Geburtstag. Zum jüdischen Theologen bestimmt und vorbereitet, bezog er 1840 die Universität zu Preßbnrg. Er ging von da nach Wien, wo er 1841 das Conservatorinm frequentirte und bereits am Neujahrstage 1842 in der Angustinerkirche das Tenorsolo sang. In demselben Jahre wurde er als zweiter Kantor neben Professor Sulzer in Wien und im November 1844 als Kantor an der Synagoge in Breslau angestellt, wo er heute noch als Ober- Kantor wirkt. Sein allgemein anerkanntes Hauptverdienst ist, daß er den dortigen Gottesdienst geregelt und kunstgerecht gestaltet hat, wie er auch einen gemischten Chor für die Aufführungen in der Synagoge organisierte und noch heute leitet. Nebenbei bildete er sich noch unter 0r. Baumgart, Mosevius und Seidel weiter aus. Seine Kompositionen, welche hauptsächlich: „Vorbeterschnle", „Synagogen- und Schullieder", „Orgelpräludien und Breslauer-Synagogen-Gesänge" sind, werden in vielen israelitischen Gotteshäusern gesungen. Herr Oberkantor Deutsch leitete auch den Gesangunterricht am jüdisch-theologischen Seminar in Breslau. — In Königsberg starb Herr Prof. Di-. K. Simson, ein Bruder des Reichsgerichtspräsidenten, im 77. Lebensjahre. Als Universitätslehrer war er eine Autorität auf dem Gebiete der hebräischen Sprache und seine geistvolle Exegese des Buchs Hiob war ein auch außerhalb der theologischen Fakultät berühmtes Kolleg. — Für die Errichtung einer neuen Synagoge in der Lindenstraße in Serlin war unter den Mitgliedern des Architektenvereins eine Betverbung ausgeschrieben worden, in welcher die Herrn Architekten Eremer und Wolffenstein den ersten Preis erhalten haben. — Am 9. November starb in München Frau Baronin Earoline von Hirsch, geb. in Franfnrt a. M. 1808. Ein Sohn der Verstorbenen ist der wegen seiner Wohlthätigkeit weitbekannte Herr Baron Moritz von Hirsch Herr Rabbiner 1>r. Perles widmete der Verstorbenen Worte ehrenden Nachrufes.