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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-12-01 · Heft 12 (1.12.1888) · p. Seite 288

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 12 (1.12.1888)
Date
1888-12-01
Page
Seite 288 (sequence 24)
Language
German
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288 Maße dankenswert. Sehr wertvoll ist auch die gleichzeitig erschienene targumische Chrestomathie von Adalbert Merr (Berlin, Reuther, 1888). Die in derselben enthaltenen Targumpartien sind alten handschriftlichen Codices, in welchen auch die Vokalisation und zwar in altbabylonischen Schriftzeichen überliefert erscheint, entnommen. Wir erlangen dadurch ein klareres Bild von der ursprünglichen Gestalt der betreffenden Texte. Der Verfasser bezeichnet auch die Variante» der beilützten Texte. Das augehängte Glossar enthält die Worterklärungen, die, auf Grund selbständiger Forschung dargelegt, ein ansehnliches Material für die aramäische Lexikographie darbieten. — Eine eingehende alle grammatischen Erscheinungen berücksichtigende Untersuchung der araniäischen Verbalform erhalten wir in der Schrift: Das aramäische Verbum im babylonischen Talmud von vr. A. Kosenberg (Marburg, Ehrhardt, 1888). Dieses Thema hat bisher eine so eingehende Behandlung noch nicht gefunden und wild hier in durchaus befriedigender Weise erledigt. — Eine sehr interessante sprachgeschichtliche Studie legt Hr. vr. ($. Landau in seiner Schrift „die im Raume enthaltene Synonyma für Gott in der neuhebräischen Litteratur" ^Zürich, Cäsar Schmidt, 1888) vor. In der altrabbiuischen Litteratur werden, wie der Verfasser zeigt, nicht weniger als siebenundfünfzig Ausdrücke zur Bezeichnung des göttlichen Wesens gebraucht; besonders kommen in dieser Bedeutung die Worte „Himmel", „Ort", „Herablassung (Schechina)" in den verschiedensten Verbindungen vor. Der Verfasser weist den Ursprung wie den mannigfachen Gebrauch dieser Bezeichnungen in der haggadischen und kabbalistischen Litteratur nach, wobei aus den ältesten wie aus den jüngsten Schriften derselben zahlreiche Belege in Betracht genommen und manche irrige Annahmen, die zur Erklärung der genannten Bezeichnungen zu Hilfe genommen wurde, durch begründete Feststellungen ersetzt werden. — „Samaritanische Traditionen, mitgeteilt und nach ihrer geschichtlichen Entwickelung untersucht" betitelt sich eine von Herrn Dr. Leopold Wreschncr herausgegebene Schrift (Berlin, Mayer und Müller, 1888, Preis 3 Mk.), die wegen der aus ungedruckten Werken älterer samaritanischer Schriftgelehrten geschöpften Erklärungen über die Auffassung der pentateuchischen Satzungen bei den Samaritanern besonders beachtet zu werden verdient. Wird auch der Annahme des Verfassers, daß bei dem Mischvolke der Samaritaner auch manche Ueberreste der heidnischen. Religionsübung sich erhalten haben, die eine israelitische Färbung annahmen, kaum beizustimmen und die Meinung, daß die Saddutäer, die in der Gesetzesauslegung den konservativen Standpunkt vertraten, in ihrer Opposition gegen den Pharisäismus die samaritanische Ueberlieferung adoptirten, die demgemäß dann auch bei den Reu-Sadducäern, d. i. den Karaiten wieder in Aufnahme kam, abzuweisen sein, so ist doch bezüglich vieler Einzelheiten, über welche der Verfasser erst aus den samarit. Quellenschriften nähere Kunde ermittelt, seine Darstellung als durchweg richtig anzuerkennen. Die Schrift ist in letzterer Hinsicht sehr lehrreich und für die Kenntnis des Samaritanismus unentbehrlich._•_ Inhalt: Leopold Kompert als jüdischer Geschichtschreiber. Bortrag von Dr. Joel Müller in Berlin. (Schluß.) — Der Lichtgruß unseres Weihefestes. — Zu Chanukkah. Von Rabb. Schwarz in Gablonz a. N. — Blumen auf Gräbern. Von Dr. Süskind in Frankfurt a.M. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen — Beilage. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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