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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-10-01 · Heft 10 (1.10.1888) · p. Seite 234

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 10 (1.10.1888)
Date
1888-10-01
Page
Seite 234 (sequence 18)
Language
German
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234 eine Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinde erblickte. — Folgendes reichsgerichtliche Urteil vom 9. April verdient vermerkt zu werden: Das Plaudern in der Kirche beim Gottesdienste ist als Störung des Gottesdienstes zu bestrafen, auch wenn der Geistliche dadurch nicht unterbrochen wird. Jeder bewußt Mitwirkende ist strafbar. — In der Synagoge zu Düsseldorf befindet sich ein sogenanntes Einlegebuch, dessen hebräisches Titelblatt also lautet: Verzeichnis der Spenden und der Versäumnisstrafen des Vereins der Psalmbeter, welcher erneuert gegründet wurde am Einweihungstage der Synagoge zu Düsseldorf im Jahre 1792 durch die Vorsteher Iimon Heine und seinen Genossen Mordechai ben Me'rr. Simon, der Vater Heinrich Heine's, war demnach der Mitstifter einer frommen Bruderschaft. — Nach einer Mitteilung in der „Medicinischen Presse" haben die Juden in Preußen in den Jahren 1822 -1840 um S1k Prozent mehr als die übrige Bevölkerung zugenommen. In Fürth, wo die Christen ein Durchschnittsalter von 26 Jahren erreichten, war dasselbe bei den Juden 39 Jahre, in Krank urt a. M. überstieg das Durchschnittsalter der Juden das der Christen um 11 Jahre. Dasselbe gilt von Algier. — Am 2. Juli tagte in Hanau die zwanzigste Jahresversammlung der israelitischen Lehrer Hessens, unter Vorsitz des Herrn Seminar-Direktors Dr. Klein aus Kassel. Herr Adolf L. A. Hahn aus Frankfurt a. M. überbrachte der Versammlung Gruß und Glückwünsche des I. G. Bundes. Zu Vortrag, an welchen sich gar eigentümliche unreife Debatten knüpften, auf die wir lieber vorerst nicht näher eingehen wollen, gelangte ein Referat „der dogmatische Inhalt des Gebetbuches und die Verwertung desselben beim Religonsunterrichte." — Die Gabriel Kietzcr'sche Klipendienstistung in Fürth hat von April 1887 bis April 1888 Mark 4489.32 eingenommen und Mk. 4355.07 verausgabt. — Nach dem Verwaltungsbericht der israelit. Religionsgemeinde in Leipzig für 1887 zählte dieselbe am Ende des Jahres 3500 Seelen. Bon 960 steuerpflichtigen Mitgliedern wurden Mark 32438 eingezahlt. — Die Steuerrolle der israelitischen Gemeinde in Köln weist 1231 Mitglieder auf. — Bei Gelegenheit der Volkszählung in Preußen vom 1. Dezember 1885 werden die Mischehen besonders erwähnt. An diesem Tage wurden 1100 Juden konstatiert, welche Nichtjüdinnen zu Frauen hatten und 1015 Juden, welche Christen heirateten. — In Görlitz soll eine neue Synagoge gebaut werden. — Aus Frankfurt a. M. schreibt man der „Neuzeit" in Wien: Hier erscheint ein „internationales Montefiore-Album" von einem Dr. Josef Fiebermann Unglaublicher Weise hat dieses zusammengeklaubte Album eine orthodoxe Färbung, indem die meisten Beiträge der „jüdischen Presse" und bem„Je8churun“ entnommen sind, als wenn der große Philantrop nicht von allen Juden und auch von Nichtjuden gefeiert worden wäre. Die Leser der „Neuzeit" können für sechs Mark sich eine nützlichere und angenehmere Schrift ankaufen als dieses orthodox sein sollende Sammelwerk von Autoren, die mehr Glauben als Geist haben. Moses Montefiore war ein toleranter Mann, unter dessen Namen man nicht orthodoxe Sonderbündelei treiben darf. Unsere süddeutschen Orthodoxen sind unverbesserliche Narren. — In Karlsbad wurde Herr Dr. Cstgler aus dem Budapester Seminar zum Rabbiner gewählt und in Aielitz Herr Dr. K. Horowitz. —- Der Direktor der allgemeinen österreichischen-israelitischen Taub-Stummen-Jnstitutes in Wien, Herr Kaiserlicher Rat Zoel Deutsch, ist nach 54jähriger Thätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand getreten. — Herr Professor Dr. Krasnopolski in Prag wurde zum Mitglied der rechtshistorischen Staatsprüfungskommission an der k. k. deutschen Universität daselbst ernannt. — In Mahaly wurde Herr

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