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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-07-01 · Heft 7 (1.7.1888) · p. Seite 168

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 7 (1.7.1888)
Date
1888-07-01
Page
Seite 168 (sequence 24)
Language
German
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168 man nicht mir nichts dir nichts aufgeben kann. Im Talmud liegen Goldkörner vergraben, die bem Judentum zur Zierde gereichen, er birgt Geistesschätze, die man heransholen muß, „will man zur reinen Lehre Mosis und zum allgemeinen Gesetze der Sittlichkeit sich erheben." Auch das Christentum kann den Talmud nicht entbehren, sonst versteht man die Evangelien nicht, deren Verfasser eigentlich Talmudisten waren. Wir stimmen sonst mit dem Verfasser, der es mit den Juden gut meint, überein, wenn er am Schlüsse ausruft: „Schämt euch nicht ihr geistig Aufgeklärten, euch zu eurer Religion zu bekennen und Hand mit anzulegen, sie ans ihrem Verfalle zu erheben, sie wieder zu läutern, zu veredlen." Mögen die schneidigen, aber treugemeinten Worte des von edler Humanität erfüllten Verfassers bei Inden und Nichtjuden viele Leser finden. — Der Vortrag des Herrn Prof. G. Wolf am 21. Januar 1888 im Verein „Palme" in Wien gehalten: Das poetische und psychologische Moment in den Erzählungen des Pentateuch ist im Drucke erschienen (Wien, Verlag des Vereins „Palme".» „Wenn auch alle Bücher zu Grunde gingen imd nnr die Bibel bliebe, sie allein würde hinreichen, ein sittliches Menschengeschlecht heranznbilden". Von diesem herrlichen Worte Göthe's ausgehend, führt uns der bibelgewandte Verfasser in die Darstellungen, besonders des ersten Buches Mosis selbst ein, in welchem uns Menschen mit ihren Vorzügen und Mängeln vorgeführt werden, die uns achtungswerter erscheinen müssen, als jene erfundenen Personen, die stets übermenschlich gehandelt haben und beleuchtet die poetischen und psychologischen Momente, die man zwischen den Zeilen herauszulesen im Stande sein muß, um die Hoheit der biblischen Gestalten zu erkennen. Wir empfehlen angehenden Religionslehrern diesen Vortrag, damit sie daraus die Gesichtspunkte kennen lernen, von denen aus die Bibel „die Milch der Jugend und der Wein der Greise" betrachtet sein will. — Im Verlage von I. F. Richter in Leipzig ist erschienen: „Das Hohe Lied Salomonis von Daniel Sanders." Ein Hauch echt orientalischer Poesie liegt über das Hohe Lied gebreitet, das Dichter und Forscher aller Zeiten bearbeiteten und dem, wie Göthe sagt, „gerade das Rätselhafte und Unauflösliche" Anmut und Eigentümlichkeit gibt. Der Verfasser, der das Hohe Lied durchforscht und über die Komposition desselben seine Vermutungen aufstellt, wählte zur Klarlegung der Dichtung, aus dem ein frischer, erquickender Lenzeshanch weht, die Fornl von Briefen an eine Dame und enthält sich aller Bemerkungen, von denen er fürchten inußte, daß sie gerade die für die Schönheit der Gedichte empfänglichen Seelen znrückschrecken könnten, weil er die Gelehrten haßt, die den Blütenstaub ans den Schwingen der Sommervögel erklären, indem sie ihn täppisch abwischen. Die Uebersetzung ist durchweg poetisch, dem Original nahekommend. Ein weiter Lesekreis ist diesem auch schön ausgestatteten Büchlein gesichert. — Inhalt: S. L. Steinheim als Dichter und Religionsphilosoph. Bortrag, gehalten im Mendelssohn -Verein zn Frankfurt a. M. am 29. Februar 188s von JL)r. Steckelmacher. — Flavins Josephus und die heilige Schrift. Von l)r. Vogelstein in Stettin. (Schluß.) Drei jüdische Müdchengestalten. II. Von W. Frank. — Die Sprüche der Väter und ihre historischen Beziehungen. Bon Rabb. Dr. S. Friedmann in Lublinitz. (Fortsetzung.) — Geistiges Leben unter den Juden in Rumänien. Hl. Mitgeteilt von M. Braunstein. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Beilage. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Äuffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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