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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-07-01 · Heft 7 (1.7.1888) · p. Seite 166

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 7 (1.7.1888)
Date
1888-07-01
Page
Seite 166 (sequence 22)
Language
German
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166 funden. _ Die Inschrift weist auf das Jahr 1293 hin. — Unser Glaubensgenosse, Herr Michael Brsal in Paris, wurde zum Titular-Generalinspektor des öffentlichen Unterrichtes ernannt. — Herr Benjamin Philipps hat seine Stelle als Aldermann der City of London niedergelegt. Er wurde, der erste Jude, 1857 mit dieser Würde betraut und war 1864 Lord-Major von London. — Herr Prediger Marlis in London hat bei Beisetzung der Asche des verstorbenen Herrn Camille Jtotl), der letztwillig anordnete, daß sein Leichnam verbrannt werde, auf dem israelischen Friedhöfe die üblichen Gebete gesprochen. — Fräulein Annie Isabella Oppenheim ist zum beratenden Mitglied der britischen pomologischen Vereinigung ernannt worden. — Herr Dr. Mackenste, der Direktor der Königlichen Akademie der Musik in London ist mit der Ausarbeitung eines Oratoriums „Mose" beschäftigt. — An 1200 jüdische Schneider in Lccds haben wegen allzugroßer Arbeitszeit ihre Thätigkeit eingestellt. Sie verlangen, daß ihre Arbeitszeit nicht über 58 Stunden in der Woche hinausgehe. — Fräulein Amalie Stahl, einer sehr armen Familie aus Tarnoiv in Galizien entstammend, war durch ihren Gesang den ganzen Winter über der Liebling des Publikums in Pom. Sie wurde jüngst auch an den Königlichen Hof berufen, um daselbst einige deutsche Lieder zu singen. Die Königin belohnte die Sängerin durch ein kostbares Geschenk und durch ein sehr schmeichelhaftes Dankschreiben. — Herr Rabbiner Leone Rncnh in Livorno veröffentlicht ein Werk über die Hohenzollern unter dem Titel: Gli Hohenzollern dal 1000 al 1888. — Herr Baron Alfred Kranchetti, durch seine Oper Asrael in der musikalischen Welt bekannt, ein Neffe der Rothschild, hat sich am 21. März in Reggio mit Fräulein Margherita Levi vermählt. — Leo XIII. wollte einem jungen Manne, Namens Bamazoni, der im Aufträge seines erkrankten Meisters kam, um die Aufträge in Schuhen entgegenzunehmen, für den Fall, wenn die Bestellung gut ausgeführt wird, die weiblichen Mitglieder seiner Familie mit Rosenkränzen beschenken. Als Damazoni erwiderte „ich stamme aus israelitischer Familie" sprach der Papst: „das wird mich nicht verhindern, Ihnen auf andere Weise meine Erkenntlichkeit zu beweisen, Sie scheinen ein sehr braver Bursche zu sein". — Der jüngst verstorbene österreichische Generalkonsul Herr Karl Benedikt in Klockholm, von Geburt ein Jude, hat auch der dortigen jüdischen Gemeinde 25000 Kronen letztwillig vermacht. Bei seinem Leben gab er der jüdische» Gemeinde einen regelmäßige» Jahresbeitrag. — In Basel wird ein jüdischer Friedhof errichtet. — Herr Z. Brnolirl wurde zum Professor des Hebräischen an der höheren Schule für Litteratur in Liffabo» ernannt. — Aus Madrid berichtet man: Die Kirche San Zofe erfreut sich gegenwärtig eines außergewöhnlich starken Besuches und auch die Königin und Prinzessinnen kommen häufig in dieselbe, angezogen durch die geistreichen Reden des Predigers Mortara, der bekanntlich seinen Eltern geraubt und gegen deren Willen getauft wurde. Mortara, der viele Sprachen spricht, soll ein ausgezeichneter Kenner des Hebräischen sein. — In Madrid starb Herr Weil, der Vertreter des Hauses Rothschild daselbst. lieber dreihundert Wagen, unter deren Insassen Herzöge, Marquis, Grafen, Minister. Senatoren und Deputierte sich befanden, geleiteten den Leichnam, der nach Paris überführt wurde, zum Bahnhofe. Der Minister des Innern hielt am Sarge eine Rede und war derart gerührt, daß er plötzlich aufhörte und weinend in die Arme des Onkels des Verstorbenen fiel. — Es ist uns zugegangen: „Worte der Erinnerung an der Bahre des verschiedenen Geheimrates Herrn Samuel Salomonowitsch Poljakow, vom enierit. Gdeffaer Stadtrabbiner Dr. Simeon Leon Schwabacher am 10. April 1888."

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