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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-05-01 · Heft 5 (1.5.1888) · p. [Seite]

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 5 (1.5.1888)
Date
1888-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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DoMiii-MMllüclmMclih [onat§blätie^ 5ur Retehrung ii6er das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von v>. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen und Postallstallen des Inuub Auslandes. 8. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. Mai 1888. Nummer 5». Unsere Koffnungen und unsere Ideale. Die Natur ist nicht nur die Mutter, sondern auch die Lehrerin der Menschheit. Das Weltall ist die Schule, in welcher wir den Ruf des Schöpfers vernehmen, der uns die hohen Gedanken seiner Weisheit offenbart und zu schaffender Arbeit uns mahnt. Die Stimme Gottes spricht zu uns in den Wunderwerken seiner Schöpfung. Der leuchtende Stern, der sprossende Halm, die schwebende Wolke, der brausende Sturm, die tosende Meeresfluth, sie folgen einem Rufe, sie reden eine Sprache, sie verkünden uns in tausendfältigem Echo das große Wort, das zu dem Weltenbau den Grund gelegt hat und selber nicht ergrünbet werden kann. Wundersam klingt es in unserer Seele nach, zwar nur in abgerissenen Tönen wie ein Ruf, den wir vernommen und dann wiederum verloren haben, aber wir finden es, wenn wir es suchen, und wer es verstehen will, wer die Natur zu belauschen weiß in ihrer schweigenden Erhabenheit, in der stillen lieblichen Harmonie ihrer Werke, der lernt von ihr jene herrliche Sprache, die von allen Wesen im Himmel und auf Erden verstanden wird, jene lebendige Beredsamkeit der Empfindungen, die keine Worte hat und dennoch die Welt bewegt und die Herzen mit sich fortreißt. Auch wir wollen solchem Genüsse uns hingeben und unser Wissen und Empfinden mit der Erkenntnis bereichern, die bei jeder erneuten Betrachtung des Weltalls und seiner Erscheinungen in unerschöpflichem Maße sich uns darbietet. So einladend, so freundlich und lieblich kommt die Natur uns auch niemals entgegen, als in dieser Jahreszeit, die uns den erwachten Frühling verkiindet,

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