Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1888)
- Date
- 1888-04-01
- Page
- Seite 96 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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96 selben bieten indes Auslegungen zu Talmud- und Midraschstellen, die mit einander in Verbindung gesetzt und an die entsprechenden Textesstellen angeknüpft werden. Vor ähnlichen Schriften, an denen die hebräische Litteratur des?. 17. und 18. Jahrhunderts überreich ist, zeichnet sich die vorliegende durch faßliche Darstellung aus. — Die ausgezeichneten Sabbate, vier Reden von Herrn 1)r. Adolf FraiiKl-Krü», Rabbiner in Premfier (Preßburg 1887). Der Verfasser hat es mit glücklichem Geschicke verstanden, in den in der jüdisch-homiletischen Litteratnr schon so oft behandelten Stoffen, über welche seine Reden sich verbreiten, neue Gesichtspunkte aufznfinden, die ihm zu anziehender Gedankenentwicktung Anregung gaben. Die wohlgegliederten gut ausgearbeiteten Reden, die die Grenzen ihres Thema's nicht überschreiten, machen auch auf den Leser einen guten Eindruck und machen uns mit manchen trefflich angewendeten Midraschstellen bekannt, deren sinnvoller Inhalt in der deutschen Bearbeitung klarer hervortritt. — Moses Mendelssohn Um Leben nnd JHirlitn von M. Ka>iserli»g. Zweite vermehrte und neu bearbeitete Auflage. Leipzig, Herrmann Mendelssohn 1886. Vorliegende Biographie Mendelssohns, die eine quellenmäßige Darstellung seines Lebens und einer nach verschiedenen Richtungen hin so bedeutungsvoll gewordenen Thätigkeit enthält, ist schon bei ihrem ersten Erscheinen mit großem Beifall aufgenommen worden. Der Verfasser verstand es, seinen Lesern einen klaren Einblick in den Jdeenkreis dieses großen Denkers zu eröffnen und seine Bedeutung sowohl in der deutschen Litteratur als auch für das Judentum in volles Licht zu setzen. Auch die Beziehungen Mendelssohns zu hervorragenden Zeitgenossen, in denen seine Charaktergröße und seine lichtvolle Denkungsart immer mehr hervortrat, fanden in dem Buche eine eingehende Besprechung. Da nun seit dessen erster Veröffentlichung noch Manches über Mendelssohn mitgeteilt und erforscht wurde, was früher unbekannt war, hat der Verfasser es für gut gefunden, alle diese Arbeiten für die vorliegende zweite Ausgabe zu benutzen, in welcher das Werk eine vielfach veränderte Gestalt gewonnen hat. Der Verfasser verzeichnet in den letzten Kapiteln auch mannichfache Kundgebungen der Verehrung für den Begründer einer neuen Periode in der Geschichte des Judentums, die nach dessen Tode bei feierlichen Anlässen hervorgetreten sind. Daß auch in Frankfurt a. M. ein Mendelssohn-Verein gestiftet wurde, scheint ihm nicht bekannt zu sein. — In der Druckerei des Herrn H. M. Lewinski in Marschau ist Lessings „Miß Sara Sampson" ins Hebräische übersetzt erschienen. — Im Verlage von August Helmich in Bielefeld ist erschienen: „Lessiug-Perlen". Eine systematisch geordnete Blumenlese aus Lessings sämmtlichen Werken von S. Blumenau. Preis 1 Mk. 25 Pf. Der Herausgeber, dessen „Schillergarten" sich einer wohlwollenden Aufnahme des Publikums erfreute, hat auf Aufforderung seiner Freunde die „Lessiug-Perlen" folgen lassen. Gerade darum, weil bei Lessing überall der ernste Forscher und Denker in den Vordergrund tritt, ist es verdienstlich, wenig gekannte Stellen, die noch uicht ins Volk gedrungen sind, unter dasselbe zu bringen und mit ihrem Glanze weitere Kreise durchstrahlen zu lassen. Wir empfehlen die „Lessiug-Perlen" Freunden und Verehrern des großen Denkers sowie allen Freunden guter und kerniger Dichtung._ Inhalt: Die Trauer um den Tod^üesKaisees. — Christliche Stimmen gegett ¥n Antisemitismus. — Aus der Mappe eines österreichischen Studenten. — Mouatsschan. — Ne- _ ferate und Mitteilungen. — Beilage. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber!)r. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Äufsarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breideustein), sämtlich in Frankfurt am Main.