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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-02-01 · Heft 2 (1.2.1888) · p. Seite 41

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 2 (1.2.1888)
Date
1888-02-01
Page
Seite 41 (sequence 17)
Language
German
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41 an ihn am 30. Oktober anläßlich seines siebenzigsten Geburtstages abgeschickte Telegramm zur Vorlesung. - Am 12. December hielt Herr Landesrabbiner Di'. Julius Landsberger aus Aannstadt im Mendelssohn-Verein einen Vortrag über „Uriel Acosta im Leben und auf der Bühne". Das zahlreich versammelte Publikum spendete dem geistvollen Vortrage, der nach Inhalt und Form Gediegenes bot, großen Beifall. — Am 4. Januar fand die ordentliche Hauptversammlung des Mendetssohn-Uereines statt, an welche sich ein Festessen der Mitglieder anschloß. — Am 16. December starb in Frankfurt a. |U. Herr J. W. Breidenstein, in dessen Druckerei imsere Monatsblätter seit ihrem Bestehen hergestellt wurden. Offene Treuherzigkeit, schlichte Biederkeit, wackere Rechtschaffenheit zeichneten den pflichteifrigen unermündlich fleißigen Mann aus, der den Blättern ein treuer Berater und Anhänger, uns ein lieber Freund gewesen. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren! Leicht sei ihm die Erde! — Man schreibt uns: Am 3. November starb zu Pieschen der Rabbiner der dortigen Gemeinde, Herr Dr. Elias Silberberg. Der Verblichene war ein Mann von tiefstem Wissen und wahrhaftigster Humanität, ein Mann, dem das Gebot der Nächstenliebe tief in's Herz gegraben war, ein Seelsorger seiner Gemeinde im wahrsten Sinne des Wortes. Dem Entschlafenen war es nicht genug, selber im Sinne der Liebe gegen alle Menschen ohne Unterschied der Nationalität und des Glaubens zu wirken, er hat es auch verstanden durch sein Beispiel und seine von Herzen kommende und zu Herzen gehende Belehrung Andere für praktisches Judentum zu interessiren. Der Kreis seines edlen Wirkens erstreckte sich weit über seine engere Heimat hinaus. Darum trauern um ihn nicht blos seine Gemeinde, sondern die ganze Stadt und Alle, die mit ihm auch jm. einmal in Berührung gekommen sind. Ein schlagender Beweis dafür, daß dieses humane Wirken überall die ungeteilteste Anerkennung fand und die Achtung vor dem Judentum erhöhte, ist der Umstand, daß der katholische Geistliche der Stadt am Sonntag zuvor während des Gottesdienstes in der Kirche ein ergreifendes Gebet für das Leben des nunmehr Entschlafenen emporsandte. Das Andenken dieses Gerechten sei zum Segen! — Am 28. December starb in Frankfurt a. M. Herr Prof. Julius Bachs, ein hervorragender Klaviervirtuose und Componist. — In Colmar starb Herr Abraham Bee, gewesener Präsident des Consistoriums, der in nahen verwandtschaftlichen Verhältnissen zu Trägern hoher Stellungen im Militär und Civil in Frankreich gestanden, und in Crmetzhofen Herr Samson Cohn, der über ein halbes Jahrhundert als Lehrer gewirkt. Herr Lehrer Israel ans Grotzgera», der Schwiegersohn des Verstorbenen, sprach am Grabe. — Aus Chelm im Regierungsbezirk Breslau berichtet man von dem Tode einer Jüdin, Kebecka Bierkind, die ein Alter von 105 Jahren erreicht hat. — Sr. Majestät der Kaiser geruhte zwei neuen Straßen in Berlin die Namen Meyerbeers und Mendelssohns beizulegen. — Ihre Majestät die Kaiserin von Oesterreich hat 50,000 Mark zur Errichtung eines Heine-Denkmals in Aiilseldorf gespendet. — Im Reichstagsgebäude in Berlin wird demnächst eine Lasker- Büste zur Aufstellung gelangen. — Man schreibt uns: Die Redaktion des in Leipzig erscheinenden „Pädagogischen Jahresberichtes" hat den Direktor der Igloer isr. Volksschule, Herrn Moritz Liiniii, mit dem Referate über die Entwickelung des ungarischen Schulwesens betraut. Genannter Herr wirkt seit 10 Jahren als erster Sekretär des 300 Mitglieder zählenden Zipser Lehrervereines, einer der bedeutenden und geachteten ungarischen Genossenschaft. — An Stelle des seel. Herrn Dr. P. I. Krankel wurde Herr Rabbiner Dr. Maybaum als Docent an 4

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