Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-01-01 · Heft 1 (1.1.1888) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 1 (1.1.1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2969669-2969754-2969756--2150-2972322
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

fnpläii-MMiMlKftlickq o it r» t 5ui: -Hefetjnmg uöer das Judentum für Gebildete aller Konftffionen. Mrgan des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von ve. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 8. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. Januar 1888. Nummer 1. Pie moderne Wilosophie und das Judentum. Am 22. Februar dieses Jahres wird der hundertjährige Geburtstag eines Mannes gefeiert, welcher einer jener Wahrheitsfreunde, jener Philosophen war, von denen er selbst sagt, daß im Durchschnitt jedes Jahrhundert nur einen hervorbringe, und der, als acht befunden, mit Jubel empfangen und mit Aufmerksamkeit angehört wird. Arthur Schopenhauer gebührt das Verdienst, der in unerreichbarer Höhe abstrakter Begriffe und dialektischer Künste sich bewegenden Jdealphilosophie Fichte's, Schellings und Hegels ein Ende bereitet zu haben und was Cicero von Sokrates im Gegensatz zu der ihm vorangehenden jonischen Philosophie sagt, gilt auch von ihm; „Er rief die Philosophie vom Himmel herab, stellte sie in die Städte, führte sie in die Häuser, zwang sie, Leben und Sitte, gute und böse Dinge zu untersuchen!" In die Fußtapfen seines großen Vorgängers Kant tretend, fand Schopenhauer das von diesem als unerklärlich gelassene „Ding an sich", das allen Erscheinungen zu Grunde liegt, im Innern des Menschen, und zwar im Willen, der die ganze Welt als Vorstellung erzeugt und im Intellekt sich zum Bewußtsein bringt. „Von einem Willen läßt auch der Theismus die Welt ausgehen, von einem Willen die Planeten in ihren Bahnen geleitet werden, — nur verlegt er kindlicher Weise diesen Willen nach außen — während bei mir der Wille in den Dingen selbst wirkt, ja sie selbst gar nichts anders als seine Sichtbarkeit sind!" Die unerbittliche Konsequenz dieser Lehre ist, daß wie noch Kant-Laplacens Kosmogonie aus Urnebelmasse sich Sonnen, aus Rotationen derselben sich als

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.