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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-12-01 · Heft 12 (1.12.1887) · p. Seite 278

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 12 (1.12.1887)
Date
1887-12-01
Page
Seite 278 (sequence 14)
Language
German
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278 aus Berlin besuchte jüngst die Archive zu Weimar zum Zwecke der Herausgabe eines Werkes „die Fraueil des neunzehnten Jahrhunderts". — Aus Anlaß des fünfuudzwauzigjährigeu Bestehens der „Wespen", begründet und herausgegeben von Änlius Ktettenheii» in Berlin, wurde ein Fest im Kreise der Beteiligten gefeiert. — Der Rabbiner der israelitischen Gemeinde in Main;, Herr Dr. Salfeld, wies in einer Rede am jüngsten Versöhnungsfeste u. A. auch auf die Notwendig-, keit hin, eine allen Konfessionen gemeinsame Versorguugsanstalt für Altersschwache u. s. w. in das Leben zu rufen, da das bürgerliche Jnvalidenhaus nur den Angehörigen der christlichen Konfessionen zugängig sei. Die projektierte Anstalt soll schon in zwei Jahren ins Leben treten. — In Rosenberg wurde der Grundstein zu einer neuen Synagoge gelegt. — Für Zwecke des israelitischen Kultus enthält der Etat für 1888 in Bayern den Betrag von 14,000 Mk. — Am 26. September begieng Herr Hermann Levin in Gdttingen die Feier des 50 jähr. Bestehens der von ihm gegründeten Wollenwaarenfabrik, welche jetzt die größte in Hannover ist. Das Fest dauerte zwei Tage unter Teilnahme auch der Spitzen der Behörden. — Herr Kiedrich Krupp aus Esse», vom Sultan in Konstantinopel in langer Audienz empfangen, ließ sich zu derselben durch den Juden Uilrtor Gffendi Misrachi, den Sekretär des Grafen Abraham Camondo, einführen. — Im deutschen Reiche sind im Ganzen 1326 Professoren an den Universitäten, darunter 98 Juden. Unter den 529 Privatdocenten sind 84 Juden. Die nieisten jüdischen Professoren und Privatdocenten sind in Berlin und Breslau und zwar in ersterer Stadt unter 145 Professoren 29 und unter 124 Privatdocenten 45 und in letzterer Stadt unter 79 Professoren 15 und unter 27 Privatdocenten 12 Juden., — In Lachsen leben nach den neuesten statistischen Ergebnissen 7755 Juden? — Die Krankenhaus-Statistik für Preußen berichtet von 1553 Kranken, die in den verschiedenen jüdischen Krankenhäusern verpflegt worden sind. — In Hamburg leben 16,848 jüdische Seelen gegen 13,457 im Jahre 1867. — In Kiel ist das älteste Haus aus dem Jahre 1577 noch erhalten. Auf der Schwelle ist ein Psalmvers (34, 8) eiugegrabeu. — Ein tut Verlage der Ztuhr'schen Buchhandlung in Berlin kürzlich erschienener Vortrag des Herrn Dr. M Zutrosinslri, Direktor des Reichenheim'schen Waisenhaitses in Berlin über „Die Waisenpflege in der jüdischen Gemeinde" entrollt von eitler nun bald zwei Menschenalter umfassenden Thätigkeit auf diesem Humanitären Gebiete ein belehrendes und ansprechendes Bild. Nach einem kurzen Rückblick auf die hier in Betracht kommenden Anschauungen und Leistungen der altjüdischen Geineiuschaft sowie der klassischen Völker des Altertums giebt uns die Weine Schrift in knappen aber eindrucksvollen Zügen die Geschichte der gegenwärtig der Waisenpflege getvidmeten Institute. Wir vernehmen mit wachsendem Interesse, wie dieselben aus bescheidenen Anfängen, die auch hier wieder an den verehrungswürdigen Namen Moses Mendelssohn's anknüpfen und in der Folge ans privater Wohlthätigkeit von Gemeindegliedern vielseitige Förderung erfahren, zu ihrer heutigen Wirksamkeit sich entwickeln, und schöpfen aus den sachkundigen Mitteilungen des Verfassers über Vergangenheit und Gegenwart die Hoffnung, daß sich diese Wirksamkeit und Fürsorge auch bei gesteigerten Ansprüchen der Zukunft voll bewähren wird. — Der Magistrat von München hat den Beschluß gefaßt, die Nainen der Kron'schen Eheleute, Isidor und Jeanette, welche als Inden eine Wohlthätigkeitsstiftung zu Gunsten jüdischer und christlicher Arinen gründeten, auf der im Kauendam befindlichen Ehrentafel für die Wohlthäter der Stadt Müncheu eingraben zu lassen. — Herr Oberrabbiner Samuel

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