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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-12-01 · Heft 12 (1.12.1887) · p. Seite 276

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 12 (1.12.1887)
Date
1887-12-01
Page
Seite 276 (sequence 12)
Language
German
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276 matik in Heidelberg ernannt. — Herr Dr. Noseiijmeig hat vor den Festtagen sein Amt als Rabbiner in Berlin angetreten. — Herr Kiedrich Gernsheim, aus Worms gebürtig, hat eine dritte Symphonie komponiert, die demnächst in Berlin zur Aufführung gelangt. — Der Mendelssohn-Berein in Frankfurt a. M. beglückwünschte am 31. Oktober auf telegraphischem Wege sein Ehrenmitglied, Herrn Prof. H Graeh in Breslau, zur Feier seines siebenzigsten Geburtstags In der Festschrift, die an diesem Tage ausgegeben wurde, befindet sich auch eine Arbeit von Herrn Rabbiner vr. U. Brüll. — In Breslau wird demnächst eine „Zeitschrift für die gesammte Wissenschaft des Talmuds", die ihre Mitarbeiter in der Mitte aller Konfessionen sucht, erscheinen. Auch soll in Form von Beilagen unter Heranziehung von geeigneten Kräften ein Wort- und Sachregister zum Talmud erscheinen. Näheres kann man durch Herrn H. Bloch in Breslau, Reuschestraße, erfahren, der im Aufträge der Redaktion ein Cirkular, diese Zeitschrift und ihre Zwecke betreffend, versendet hat. Wenn ein solches Unternehmen gedeihen soll, so müssen nach unserer Meinung Männer von bewährter Tüchtigkeit an die Spitze desselben gestellt werden. — In Lunow feierte der Veteran Ephraim Polaik seinen hundertsten Geburtstag. Im Aufträge des deutschen Kaisers wurde ihm dessen Brustbild in goldenem Rahmen mit eigenhändiger Widmung übergeben. — Am 6. September feierten in Minden die M. Blaustein'schen Eheleute das Fest der goldenen Hochzeit. Herr Blaustein ist Kultusbeamter. — Auf eine Bemerkung eines Correspondenten im „Israelit", „die Redaktion wird mir die Uebertretung wohl Nachsehen: ich hielt eine Orgelsynagoge für noch besser als gar keine," schreibt Herr vr. Lehmann: „Es ist besser, gar nicht in die Synagoge zu gehen, als solch' eine Reformsynagoge zu besuchen." Ist es dann dann noch ein Wunder, wenn bei solch' innerer Fäulnis die Giftpflanze des Antisemitismus aufwuchert? — Am 16. September wurde die neue Synagoge in München eingeweiht. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. perle». Auch in Danfig wurde eine herrliche Synagoge am 15. September ihrer Bestimmung übergeben. Die Weihrede hielt Herr Rabbiner vr. Werner. In beiden Synagogen sind Orgeln vorhanden. — In Bamberg sind durch den Bezirksrabbiner Werner in Burgebrach einige harmlose Reformen im Gottesdienste eingeführt worden. In pseudoorthogoxen Kreisen ist man darüber sehr ungehalten. Es ist an der Zeit, daß man auch in Bayern erwache und mit dem Ghettojudentum breche. — Se. Majestät der Kaiser hat durch Erlaß vom 29. Juni die Genehmigung zur Auflösung der portugiesischen Gemeinde in Altona erteilt und zugleich die aus dem Vermögen errichtete „Stiftung der portugiesischen Judengemeinde" genehmigt. — Am 15. September sprach sich Ihre Majestät die Kaiserin in Stettin bei Gelegenheit der Vorstellung der Deputationen der Wohlthätigkeitsvereine zu dem Vertreter des israelitischen Waisenhauses, Herrn vr. Kogelstein, in sehr anerkennenswerter Weise über den Wohlthätigkeitssinn der Juden aus. Die hohe Frau äußerte: Ich bin Ihren Glaubensgenossen auf diesem Gebiete oft begegnet und habe stets edle Gesinnung, Opferwilligkeit und hingebende Liebe bei ihnen wahrgenommen." — Am 7. September wurde in Iittau ein jüdischer Friedhof eingeweiht, Es sprachen bei diesem Anlasse der Prediger Herr S. Neubauer und Herr Rabbiner vr. Nfi'pner-Glogau, welch' letzterer seine begeisternde Rede mit den Worten schloß: „Israel fürchtet nicht den Stachel des Todes, so lange es seinem Gotte ergeben ist, nicht sterbe ich, ich lebe und erzähle von Gottes Werken." — Am 18. September fand bei Beerdigung eines Kindes die Einweihung des jüdischen Friedhofes in Oberstein statt.

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