Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1887)
- Date
- 1887-11-01
- Page
- Seite 264 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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bereits einen Friedhof. Die Regierung hat den Juden Terrain zum Baue einer Synagoge zur Verfügung gestellt. Die politische Lage der Juden ist eine ausgezeichnete. — Chalets hat an fünfzig jüdische Familien. Sie besitzen eine neue Synagoge und einen Friedhof. Daselbst ist Moses Askenasi Rabbiner. — In Theben sind hebräische Inschriften zu finden. — Der englische Missionär Wilsohn berichtet, daß er in Kalkutta eine jüdische Gemeinde von ungefähr 600 jüdischen Familien angetroffen habe, die in ihren Festen und Bräuchen sich von allen Juden in Indien unterscheiden. Es wird arabisch und nicht indisch in ihrer Mitte gesprochen. Die Mitglieder dieser Gemeinde sind stolz auf ihre hohe Abstammung und üben noch alte Bräuche. Vergebens haben sich die Missionäre alle erdenkliche Mühe gegeben, diese Gemeinde dem Christentume zuzuführen. Weferat. Der Kaschi-Kommentar zu den siinf Büchern Moses, vollständig in's Deutsche übersetzt mit beigedrucktem Bibel-Texte in einem Bande von Julius Des sauer, emerit. Rabbiner. Budapest (1L87). Im Selbstverlag des Verfassers. Man muß eine deutsche Übersetzung dieses volkstümlichsten und verdienstvollsten Buches des Mittelalters wie der Neuzeit mit lebhafter Freude begrüßen. Denn so volkstümlich der Raschi-Kommentar auch geworden ist, wie sehr auch die vergangenen Jahrhunderte sich an ihm gebildet, erquickt und begeistert haben — in unseren Tagen droht er immer unbekannter zu werden, weil die Zahl derer immer kleiner wird, die des Hebräischen soweit mächtig sind, daß sie auch nur Raschi im Urtext lesen können. Die Ursachen dieser abnehmenden Kenntnis des Hebräischen liegen auf der Hand, können aber an dieser Stelle nicht weiter besprochen werden. Zum Glück ist diese Unkenntnis nicht überall auch die Veranlassung zur Gleichgültigkeit; das Bedürfnis nach Erbauung und Belehrung bewegt noch Vieler Herzen, die jede geeignete Gabe mit dankbarer Freude begrüßen. Mag man daher allein oder im Familienkreise sich am Samstag erbauen wollen — und schon eine geringe Kenntnis mosaischen Urtextes (oder, wo auch diese fehlen sollte, eine Übersetzung) genügt an der Hand dieser Raschi-Verdentschung — oder mag man zum Zwecke des Unterrichts sich Anregung holen; mag man endlich aus bloßem Wissensdrang dieses populärste aller rabb. Bücher kennen lernen wollen; in allen Fällen wird inan sich freuen, daß die Unkenntnis des Hebräischen kein unüberwindliches Hindernis mehr ist, daß dieses Werk nicht mehr einem versiegelten Buche gleicht. Möge darum diese deutsche Uebersetzung des Raschi-Kommentars, die achtunggebietende Arbeit eines für die Belebung des religiösen Sinnes im Judentum unablässig thätigen Mannes nicht nur Anerkennung, sondern namentlich eine weite Verbreitung finden. K. Inhalt: Zum siebzigsten Geburtstage des Prof. Heinrich Graetz. II. — Zur Abwehr. Bon Eugen Elkan. — Abrahams Kriege. — Leopold von Ranke. Lichtstrahlen aus seinen Werken über das Judentum. Bon Dr Rosenzweig in Schweidnitz. — Monatsschau. — _Referat. — Beilage.____ Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber I)r. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Ausfarth; Druck von H. L. Bronnens Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.