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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-11-01 · Heft 11 (1.11.1887) · p. Seite 263

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 11 (1.11.1887)
Date
1887-11-01
Page
Seite 263 (sequence 23)
Language
German
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263 schließlich Marschall von Frankreich, war Jude. Die französische Regierung hat einen jüdischen General, zwei Obersten, drei Oberstlieutenants, mehr als 20 Majore, Aerzte, Kapitäne, Lieutenants. Während des amerikanischen Bürgerkrieges trugen drei Juden Oberstenepauletten, vier waren Oberstlieutenants, 4 Militärärzte, 9 Kapitäne, 12' Lieutenants. 289 Juden hatten hohe Privatstellungen in der Armee. Wenn die christliche Bevölkerung ans 46 Millionen geschätzt werden kann und die jüdische ans 384,000, so ist das Verhältnis der jüdischen Soldaten ein überwiegendes. Der verstorbene Commdore Uriah P. Levi, welcher am Tage vor seiner Ernennung zum Contre-Admiral starb, war Jude. — Herr vr. Adolf Ster», früher Bice-Konsul der Vereinigten Staaten, ward von der Republik Argentiua zum Konsul in Bukarest erwählt, aber von Kratiano unter dem Vorwände, daß die rumänische Regierung keine genügende Beziehungen zu Argentina hätte, nicht anerkannt. — Die Firma Kahn, Pollak & Co. zu Maunos am Amazonenfluß, beabsichtigt, wie Coudrean in seinem Buche „Guyana und Amazonien" berichtet, das Innere Südamerikas dem Handel zugänglich zu machen. Auf eigene Rechnung sendet sie mit einem gewissen Kapital versehene junge Leute aus, welche Handelsstationen gründen sollen. Die meisten von diesen sind junge Elsäßer Juden. Die ganze Gegend des Amazonenflusses soll von solchen Stationen besetzt sein. Die Jewish World weist darauf hin. daß die Firma Mosenthal dasselbe für Süd-Afrika gethan hat. — Der Haupt- Rabbiner von Mostul am Tigris hatte sich an die Alliance in Paris und die Anglo- Jewish Association in London um Unterstützung in einer Hungersnot gewandt, Es ward darauf ein Telegramm an den Sultan nach Konstantinopel gesandt, die Sache ward untersucht und als unwahr erwiesen. Der Rabbi erklärte, daß er auf diese Weise sich habe Geld verschaffen wollen. — Herrn Klum-Pascha, Unterstaatssekretär im Finanzministerium in Aegypten, der Jude ist, wurde von dem österreichischen Kaiser das Großband des Franz-Josef-Ordens verliehen. — In Ialonichi starb Herr Oberrabbiner Samuel Jakob Ardrlti im Alter von 76 Jahren. Viele Konsulate hatten am Begräbnißtage die Flaggen halbmast gehißt. — Herr Ambroise Tardieu aus Paris hat eine Reise durch Algerien gemacht und die Eindrücke derselben in einem Buche: „Algerien, wie es ist," niedergelegt. Interessant sind in demselben seine Aeußerungen über die jüdische Bevölkerung in Algier, zumal da sie mit denen eines großen Teiles der algerischen Presse im Widerspruch stehen. „Algier," so berichtet Tardieu „zählt 8000 Israeliten; sie sind thätige, nüchterne, arbeitsame Leute, intelligent und zum größten Teile reich. Sie sind nicht die schlechtesten Franzosen in unserer schönen Kolonie. Die junge Generation, mit lebhaftem und durchdringendem Verstände begabt, spricht unsere Sprache. Die Juden kleiden sich französisch und mit Geschmack . .. Ihre Frauen sind vortreffliche Mütter ihrer Familie und besitzen herrliche Herzenseigenschaften. Als ich eines Tages den großen schönen Friedhof der Israeliten sah, war ich davon gerührt. Ich weiß, daß die Juden ihre Eltern und Kinder anbeten." Ein solches Zeugnis, so bemerken die „Arch. isr." hierzu, von einem Christen gespendet, tröstet uns über sonstige Angriffe. — In Bagdad wurde Abraham Moses Hillrl als Chacham-Baschi bestätigt. In derselben Stadt wurde ein Jude durch zwei Zeugen überwiesen, daß er in einem Gasthause am Sabbath eine Tasse Kaffee genossen habe und von dem Rabbinate mit dem großen Banne belegt. Das Judentum treibt dort schöne Blüten. — Nach den Berichten des Herrn Parienke, Direktors der Alliance-Schnle in Smyrna, beträgt die Zahl der in Athen lebenden Juden etwa 250. Ein Zimmer dient ihnen als Synagoge, jedoch besitzen sie

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