Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1887)
- Date
- 1887-10-01
- Page
- Seite 240 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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240 vater Meyerbeers verdient gemacht. Der sogenannte „Jubelfond", angeregt am 24. Februar 1803, der am 7. Juli desselben Jahres zu 16,000 Thaler angewachsen war, gab der am 18. August stattgehabten Jubelfeier, bei der der Viceoberlandesrabbiner Meier Simon Wehl in der festlich erleuchteten Synagoge einen Vortrag hielt, in welchem er die Pflicht des Krankenbesuches und die geschichtliche Tradition der Krankenpflege im Judentume auseinandersetzte, eine noch erhöhte Bedeutung, indem man an den Zeitbedürfnissen entsprechende Neugestaltungen gehen konnte, über fünfzig Jahre später, am 3. September 1861, war ein neues Krankenhaus der jüdischen Gemeinde Berlin seiner Bestimmung übergeben. Die Festrede hielt der damalige Vorsitzende des Gemeindevorstandes Meyer Magnus und die Weihrede der Rabbinatsassessor Dr. Michael Sachs. Über das Krankenhaus selbst ist gleichzeitig eine Arbeit unter dem Titel: Das neue Krankenhaus der jüdischen Gemeinde in Berlin von Di'. C. H. Esse erschienen. In Berlin ist auch für die Expedition fremder Kranken, wenn sie als genesen entlassen werden, gesorgt und wurden beispielsweise im abgelaufenen Jahre 147 Personen mit einem Kostenaufwande von 1573 Mark in ihre Heimat befördert. In letzterem Punkte lassen manche Hospitalverwaltungen in anderen Großgemeinden noch viel zu wünschen übrig, denn der erste Weg der Wiedergenesenen ist ein Gang um ein Empfehlungsschreiben an den Rabbiner, da sie gewöhnlich hilflos ohne jede Unterstützung vor die Thüre gesetzt werden. Möge man darin von der Berliner Gemeinde lernen! L. Stern, die biblische Geschichte für israelitische Schulen erzählt. 7. Ausl. Frankfurt a. M. I. Kaufs mann 1887. Preis geb. 1.4O M. Unter den zahlreichen Bearbeitungen der Bibel für die Israel. Schuljugend gehört die oben angeführte mit zu den besten. Der Verfasser bekundet in jeder Erzählung den geübten Pädagogen, der mit feinem Takte und genauer Kenntnis der Kindesseele dem Verständnis derselben entgegenkommt. Alles, was dem keuschen Sinne anstößig sein könnte — wir erinnern beispielsweise an die Erzählung von David und Urija — ist so zartsinnig behandelt, daß kein Anlaß zu irgend welchem Bedenken hervortritt. Als einen besonderen Vorzug dieses Buches erachten wir noch den Anhang: „das Wichtigste aus der nachbiblischen Geschichte." Hier wird in abgerundeten Bildern knapp, aber doch zureichend, alles geboten, was für den Schüler wissenswert ist. Daß das Merkchen große Anerkennung gefunden, geht schon daraus hervor, daß in 12 Jahren 7 starke Auflagen gedruckt worden sind. Außer den genannten inneren Vorzügen ist auch der billige Preis und die gute Ausstattung, wie wir sie von der bekannten rührigen Verlagshandlung nicht anders erwarten können, geeignet, dem Buche die weiteste Verbreitung zu sichern. Die Kollegen in Österreich seien überdies darauf aufmerksam gemacht, daß mit Ministerialerlaß d. d. Wien 22. Dez. 1886 die Zulassung an allgemeinen Volks- und Bürgerschulen genehmigt ist. F. Inhalt: Zum siebzigsten Geburtstage des Prof. Heinrich Graetz. — Der Aufruf zur That. (Für den Neujahrs-Vorabend.) — Für Gott oder für Asasel. (Für de» Bersöhnungstag.) — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Beilage. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber l)r. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Ausfarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.