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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-10-01 · Heft 10 (1.10.1887) · p. Seite 236

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 10 (1.10.1887)
Date
1887-10-01
Page
Seite 236 (sequence 20)
Language
German
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236 haben diese Herren — der 10. Juli fiel auf den siebzehnten Taunis — gefastet. O über diese Thörichten, die das zerstörte Jerusalem so traurig illustrieren! — In Kille starb am 16. Juli Herr Alfred Terquem, Professor der Physik und Mathematik an dortiger Universität. Vierzehn Tage früher starb im 91. Jahre dessen Vater, ein geschätzter Geologe. — Herr Constant Fir, ein Jude, ist znm Brigadegeneral in Wons ernannt worden. — Herr G. Fribourg, ein Jude, wurde in Frankreich zum Generaldirektor des Post- und Telegraphenwesens ernannt. Die Generaldirektion der öffentlichen Sicherheit liegt in Händen des Herrn N- Levaillaut. Auch der Generaldirektor der Eisenbahnen Herr Jules Lar ist Jude. — Herr Baron uon Hirsch in Paris hat seine in Hyde - Park zu London befindlichen Rennpferde verkauft und den ganzen Erlös dafür im Betrage von 250,000 Mk. zum Andenken an seinen unlängst verstorbenen einzigen Sohn Lucien den verschiedenen wohlthätigen Anstalten in London zugewiesen. — In Paris hat Jemand, der ungenannt sein will, 15,000 Fr. zur Krönung einer Arbeit über Gewissensfreiheit bestimmt. Die Arbeiten müssen vor dem 1. Januar 1889 einlaufen. Am 1. April wird der Preis zuerkannt. Näheres kann man durch Herrn Notar Agnellel in Paris, 38 Rue St. Georges erfahren. — Unter Leitung der Herren Claude Wontefiore und Israel Abrahams wird in London eine jüdische Vierteljahrschrift erscheinen. — Herr Benjamin L. Cohen wurde an Stelle seines verstorbenen Bruders, Lionel L. Cohen, in London zum Präsidenten des „Iewish Board of Guardians" erwählt. — In London wurde am 22. August ein polnischer Jude Namens Israel Lipski wegen Ermordung der Frau Miriam Angel hingerichtet. — König Humbert äußerte in einer dem Leibärzte des Sultans von Sansibar, Dr. Gregory d'Arbela, erteilten Privataudienz, in der er verschiedene Ehrengeschenke des Sultans entgegennahm, daß er die Verfolgungen auf Grund der Verschiedenheit der Religion nicht begreifen könne, daß er die Tugenden und den Fleiß der Juden aufs Höchste schätze, von dem sie täglich Beweise ablegen. Die Audienz dauerte etwa eine Stunde. Die Königin wurde nicht müde, sich bei dein berühmten Reisenden über die arabische Literatur, über die Lage der jüdischen Gemeinde in Sansibar und über viele andere Tagesfragen, die vorwiegend sich auf Israeliten beziehen, zu erkundigen. 1)r. Gregory, aus pultawa in Rußland stammend, einem Lande, wo die Juden allen erdenklichen Verfolgungen ausgesetzt sind, wird diese Audienz nie vergessen. Auch der König der Belgier hat Herrn vr. Gregory am 1- August in Ostende in Audienz empfangen. — Zum Baue einer Mauer um den Friedhof von Siena hat König Humbert 500 Lire gespendet. — Unter den zwei Delegierten der Italienischen Regierung, welche in Paris und Wien wegen neuer Handelsverträge berieten, befand sich auch unser Glaubensgenosse Luigi Luyati. — Der Tod des Premierministers Depretis hat auch in den jüdischen Gemeinden Italiens aufrichtige Trauer hervorgerufen. Er schätzte das Talent der Juden und war ein entschiedener Gegner des Antisemitismus. Auch sein Nachfolger Francesco Crispi gleicht ihm darin, dessen Organ „Riforma" wird von einem Juden, Primo Levi, redigiert. — Herr Gioachimo Ascoli in Livorno hat seiner Vaterstadt Masta-Carrnre 350,000 Lire gespendet zu Zwecken des Bürgerversorgungsfonds daselbst. — Die jüdische Schul-Deputation und die Verwaltung der „Angelo- Belimbau-Sliftung" in Livorno hat eine Preisaufgabe gestellt, an welcher alle gelehrten und gebildeten Juden, Italiener wie Ausländer, sich mit von ihnen selbst verfaßten und für die Veröffentlichung bestimmten Arbeiten beteiligen können. Die zu lösende Frage lautet: „Hat der Hebraismus, wie alle anderen

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