Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1887)
- Date
- 1887-09-01
- Page
- Seite 215 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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SIS starb, nachdem er im Dienste der ost-indischen Kompagnie und als Regierungsrat in Bombay hohe Posten verwaltet hatte, als Mitglied des indischen Staatssekretariats in London. Beide machten sich um die jüdische Gemeinde in London hoch verdient. — Der Stadtrat von Uewyork hat den Antrag angenommen, einem neu im Bau begriffenen Parke den Namen „Hermann-Garten" zu geben. Ein Denkstein in der Mitte soll die guten Thaten des verstorbenen Zauberers verewigen. —In Uew-MexiKo feierte am 28. Mai Frau Uirga Aldrer, wie „Hamelitz" berichtet, ihren 180. (!) Geburtstag. Es wäre dies wohl die älteste Frau der Welt. — Herr Oswald Otteudorfer, Redakteur der New-Iorker Staatszeitung hat eine große Summe zur Errichtung eines Asyls für alleinstehende alte Männer und Frauen gespendet. Zur Aufführung des Baues sind allein an 200,000 Dollar erforderlich. — Am 22. Mai wurde in Uewyork die Synagoge der Gemeinde „Beth-Jsrael Bikur-Cholim" eingeweiht. — Die Regierung in Australien hat Herrn Julian E. Zalomons zum Mitgliede der Handelskammer in Sydney erwählt. — Ein Judenmissionär Namens Uwyer ward kürzlich in Uewyork vor Gericht gestellt. Derselbe war angeklagt, seine Frau böswillig verlassen zu haben. Er stellte die Thatsache nicht in Abrede, suchte aber zu seiner Entschuldigung vorzubringen, daß sein „Geschäft" in letzter Zeit so schlecht ginge, daß er seine Frau nicht alimentiren könne. Er sei Juden-Missionär und erhalte Provision für jede Bekehrung. Da es ihm nun aber nicht gelinge, ein „Geschäft" zum Abschluß zu bringen, so habe er in letzter Zeit keine Einnahme gehabt. Diese Aussage und das ganze Auftreten dieses Mannes, der die Judenbekehrung sein „Geschäft" nennt, macht in christlichen Kreisen sehr peinliches Aufsehen und läßt den Gedanken reifen, die ganze Judenmission für die Stadt Newyork aufzuheben. — Der in Rio de Janeiro im Jahre 1848 aus Budapest eingewanderte arme jüdische Lehrer Max Lilienlhal, der bald Professor an der Hochschule wurde, starb jüngst mit Zurücklassung eines Vermögens von 15 Millionen. Arme Neffen in Ungarn sind die glücklichen Erben. — In Zt. Petersburg wohnten am 1. Juli nach polizeilichen Erhebungen 38,000 Juden und im Gouvernement Kowno unter 1,321,144 Bewohner 266,338 Juden. — Am 9: Mai wurde das an der Küste des Meeres in Odessa von Ä. M. Rabinowitsch zur Erinnerung an seine verstorbene Tochter Charlotte gegründete Krankenhaus durch Herrn Rabbiner Dr. Kchwabacher eingeweiht. — Äus Moskau berichtet man von einer Spende von 500,000 Rubel durch Herrn Kaufmann Morofow für ein Zufluchtshaus für greise Männer und Frauen ohne Unterschied des Glaubens. — In Wilna starb Herr Rabbiner. El. Grodenski. — In Witebsk sind durch einen Brand 7000 Menschen obdachlos. Einige kamen ums Leben. — Bei dem Brande in Kottuschani hat auch der jüdische Gelehrte Hillel Kahane sehr gelitten. Seine 1000 Bände zählende Bibliothek wurde ein Raub der Flammen, nebst 40 Bogen Manuskript, die Fortsetzung der von ihm herausgegebenen Weltgeschichte enthaltend. — Ein wahnsinniger Jude hat die Stadt Hodanschi in Rußland in Brand gesteckt. Mehrere Menschen kamen im Feuer ums Leben. Großes Elend herrscht zumeist unter. den Juden. — Im Badeorte PiatigorsK in Kaukasten ist den Juden der Aufenthalt polizeilich untersagt. In Hchabs wurde dieselbe Vestimmnng auf Eingabe der dortigen christlichen Bürger von der Behörde zurückgenommen. — Der „Posener Ztg." zufolge hat es in der jüdischen Bevölkerung in Warschau Aufsehen erregt, daß in Folge des Eintritts eines Sohnes des Warschauer Generatgouverneurs Gnrko in die 5. Klaffe (Obertertia) des 6. Gymnasiums sämtliche jüdische Schüler dieser Klasse austreten und sich um Aufnahme in anderen