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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-04-01 · Heft 4 (1.4.1887) · p. Seite 96

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 4 (1.4.1887)
Date
1887-04-01
Page
Seite 96 (sequence 24)
Language
German
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96 als Bibelexeget das Bestreben bekundet, „ein klares, einer natürlichen Auffassung des Textes entsprechendes Verständnis der heiligen Schrift zu erwecken und zu erzielen. Seine Erklärung ist einfach und prunklos und geht besonders auch darauf aus, den Sinn und Zusammenhang der einzelnen Verse und Versteile festzustellen" (S. 40). D.iese Beurteilung, die Kara bei dem Verfasser findet, stellt sich nach Einsicht in seine exegetischen Schriften und besonders in den hier zum ersten Male veröffentlichten Koheletkommentar als durchaus richtig heraus. Auch die Ergebnisse seiner Untersuchungen über die Lebensverhältnisse Joseph Kara's erweisen sich als wohlbegründet, nur ist uns die Identifikation der Vaters desselben mit dem Verfasser des Jalkut, dessen Name, wie durch neuere Forschungen festgestellt wurde, überhaupt nicht bekannt ist, noch immer sehr zweifelhaft. — Herr vr. Hugo Weih, Professor der Theologie zu Braunsberg, hat eine exegetisch-historische Studie „Moses und sein Volk" veröffentlicht, (Freiburg in Breisgau 1885. Herder'sche Buchhandlung. Preis 7 M. 40 Pf.) die mit reicher Benutzung der neuesten wissenschaftlichen Forschungen die einzelnen Moniente der im Pentateuch dargestellten Lehre und Thätigkeit des Stifters der Lehre Israel in Betracht nimmt. Der Verfasser hat die Aufgabe die er sich gestellt, nämlich, „ein möglichst abgerundetes Bild von Moses und feilten Zeitgenossen zusammenstellen und dasselbe an der Hand der heutigen Exegese und ihrer Hilfswissenschaften im Einzelnen auszumalen" in befriedigender Weise gelöst. Die klare von lehrreichen Bemerkungen und Nachweisen begleitete Darstellung ist recht geeignet, die Leser in das Verständnis der Geschichte Israels zu jener Zeit einzuführen. — In Lripsig im Kommissionsverlag von Moritz Schäfer ist erschienen: Geschichte der neueren Philosophie bearbeitet und dargestellt von Labius Mieses. In diesem Werke (158 S.) werden in hebräischer Sprache, Kant seine Schüler und seine Gegner behandelt. Von Seite 96—120 finden wir die Leistungen des jüdischen Phisosophen Salomon Maimon dargestellt dessen Scharfsinn Kants Bewunderung erregte; der übrige Teil des Werkes ist Fichte und Schelling gewidmet. Der Verfasser dieses in vorzüglichem Hebräisch geschriebenen Buches, in welchem die philosophischen Ideen zu klarer durchsichtigen Darstellung gelangt sind, hat in demselben die Früchte fünfzehnjährigen emsigen Studiums und gründlicher Arbeit niedergelegt und hat das Verdienst die neuere deutsche Philosophie dadurch auch einem Kreise zugänglich gemacht zu haben, bei welchen Anlage zum philosophischen Denken vorhanden und durch die Kenntnis der jüdischen religionsphilosophischen Litteratur auf Empfänglichkeit für derartige Arbeiten zu rechnen ist. Für die geistige Entwicklung des Judentums sind derartige Werke von großem Werte, wie wir aus den Leistungen der Saadja, Jehuda Halevi, Gebirol, Maimonides ersehen, die auch mit dem Strome der externen Philosophie den Boden des Judentums erfrischt haben. Inhalt: Die kulturgeschichtliche Aufgabe des Judentums. Von 0r. Bernheim. — Die Befreiung des Gerstes. — Pharao-Raamses. — Nachman Krochmal. Vortrag, gehalten von S. Schechter in der „Litteraturgesellschaft des Jews College" in London am 23. Januar 1^87. — Gedanken über das Christentum. — Monatsschau. — Mitteilungen und Referate. — Beilage. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Äusfarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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