Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1887)
- Date
- 1887-02-01
- Page
- Seite 44 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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44 semiten von ächtem Schrot und Korn, die recht tüchtig auf die Juden losschimpfen können, zu wählen. Ihr politisches Bekenntnis ist: Die Großmacht der Juden zu brechen, sie aus allen öffentlichen Aemtern zu verdrängen, die „Verjudung" der Mittelschulen und der Universität hintanzuhalten. Dies ist das Prinzip und Glaubensbekenntnis dieser internationalen, verrückten Kompagnie!" — Aus Budapest schreibt uns Herr B- Kohlbach: Am 26. December veranstaltete der „Theologische Verein" des Landes-Rabbinerseminars eine wissenschaftliche Matinee, das sich eines recht zahlreichen Zuspruchs von Anwesenden zu erfreuen hatte. Es ist wahrlich eine schwierige Aufgabe, die zu lösen sich der Verein gestellt hat; er hat nichts geringeres vor Augen, als ein dankbares Publikum der Litteratur und Wissenschaft des Judentums durch populär-wissenschaftliche Vorträge heranzubilden. Seit dem nunmehr einjährigen Bestände des Vereins war diese die dritte Sitzung, die wohl der zu Ehren des Altmeisters jüdischen Wissens, Zunz, veranstalteten nachsteht, in Betracht der Mannigfaltigkeit jedoch wohl verdient in jeder wissenschaftlichen Zeitschrift erwähnt zu werden. Herr Di-. H. Kohn hielt einen gelungenen Vortrag über Manoello, den berühmten jüdischen Dichter Italiens. Nachdem er in der Einleitung die Dichtungen des XII. und XIII. Jahrhunderts einer kurzen Betrachtung würdigte, schilderte er in zutreffenden Worten die Geschicke der Juden in Rom, charakterisirte in einfachen Zügen den Dichter, aus den Dichtungen selbst Belege bringend. Anknüpfend an Dante bespricht er eingehend den Abschnitt „Thofeth Wa-Eden“, zu welchem Gedicht ihn bekanntlich Dante's Divina comoedia angeregt; den Schluß der interessanten Vorlesung bildeten einige für Manoello charakteristische Verse. Weniger neu als Gegenstand, doch der Gelegenheit halber notwendig, gestaltete sich die Vorlesung des Herrn B. V ajda über den Ursprung des Chanuka durch Darstellung und Form zu einem übersichtlichen Ganzen. Einleitend besprach er die Zeit der Makkabäer, verweilte ein wenig bei der Erklärung des Namens dieser Helden; nach einigen Bemerkungen über das Chanukafest mvtivirte er die Entstehung und Geschichte der Chanuka-Lichter nach den Angaben des Talmuds, des Makkabäerbuches und des Josephus und kam zu dem Resultate, daß Chanuka schon in den ältesten Tagen als „Fest des Lichtes" galt. HerrL. Venetianer endlich führte die Zuhörer in die Zeit des Aberglaubens; seine Vorlesung: „Aberglauben der Juden im Mittelalter" erfreute sich ebenfalls allgemeinen Beifalls. Hauptsächlich berührt waren die Erscheinungen des Aberglaubens wie Gespenster- und Geiste rwescn, Hexenglaube und Zauberformeln; was den Ursprung betrifft, deutete er hie und da auf den Aberglauben des mittelalterlichen Germaniens hin. — In Haag wurde ein Verein für das Studium und die Verbreitung der talmudischen Litteratur und jüdischen Geschichte gegründet —In Paris fand im Tempel Rae de la Victoire die Trauung der Tochter Halevy's mit dem Sohne des berühmten Komponisten Bizet statt. — Herr Stadtarchitekt Adolphe in Paris, ein Jude, wurde mit der Ausbesserung der dortigen Kathedrale betraut. — Die Herren Heinrich Kar! Kaiser und Andreas K'dalge in Paris haben für ihre Komposition „die Vision Sauls" die großen Preise für Musik erhalten. — Am 11. December hielt Herr Prof. Albert Nahen in Paris in der „Gesellschaft für jüdische Studien" bei Gelegenheit der Generalversammlung, die durch einen schwungvollen Vortrag des Herrn Großrabbiners Zador Kahn eröffnet wurde, einen Vortrag über „die jüdische Predigt in Frankreich". — Die durch ihre Wohlthätigkeit bekannte Frau Zurtndo-Deine hat der Gesellschaft der Blindenanstalt in Paris ein Hans nebst Mobiliar zum Geschenk überlassen. — In Bor-