Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Baumwollpflanzer, nach welchem wegen seiner Verdienste eine Stadt benannt wurde, ist im Staate Arkansas als Candidat für den Posten eines Staatsschatzmeisters vorgeschlagen worden. — In Kew-Orleans starb am 7. Oktober der Veteran Josef Kosenberg 102 Jahre alt, geboren in Allbreisach. Derselbe machte den Napoleonischen Feldzug nach Rußland 1812 mit. — In Fas-Uega» wurde am 29. September eine Synagoge eingeweiht. — Die Türkei soll sich zur Anlegung großer Eisenbahnstraßen entschlossen haben. Man wird, wenn die in Aussicht genommenen Strecken in Betrieb gesetzt werden, das heilige Land von Deutschland aus in einer Woche erreichen können und zur See nur zwei Tage von Sordje nach Jaffa fahren müssen. — In Bagdad wohnen über 40000 Juden. Die Rabbinen sind die Richter der Gemeinde. — In Algier fand am Vorabende des Versöhnungstages gegen den Rabbiner eine Demonstration von Seiten der jüdischen Soldaten statt, weil sie glaubten, er hätte ihnen keinen Urlaub für den Versöhnungstag verschafft. Der Rabbiner mußte polizeiliche Hilfe in Anspruch nehmen, um unter deren Schutz in seine Wohnung gelangen zu können. — In Konstantinopel findet demnächst die Wahl eines neuen Chacham Baschi statt. — Am 26. September wurde in Konstantinopel die Einweihung des Tempels der italienisch-israelitischen Gemeinde festlich begangen. In dieser Stadt leben nach den Ergebnissen der jüngsten Volkszählung 44561 Juden unter 871562 Einwohnern. — Der „Rothschild der Dardanellen", Herr Isak Knffo starb jüngst in Konstantinopel im Alter von 80 Jahren. — In China brach in dem am meisten von Juden bewohnten Stadtteile „Mechalal El-Jehud“ Feuer aus. Synagoge, Schulgebäude und Bibliothek, in welchem seltene Manuscripte aufbewahrt wurden, sind ein Raub der Flammen geworden. Mitteilungen. Aus Anlaß der Wiederkehr des Geburtstages Moses Mendelssohns (4. Januar) nehmen wir Anlaß auf ein Schriftchen hinzuweisen, das uns im vorigen Jahre durch die vielen uns zugegangenen Vorträge und Festartikel aus dem Auge kam. Wir meinen die dritte vermehrte und verbesserte Auflage von „Moses Mendelssohn, Darstellung seines Lebens und Wirkens u. s. w., herausgegeben von Or. M. Dessauer, herzogl. S.-MeiniNgen'schem Landrabbiner. (Meiningen, Verlag von E. Wagner & Co.)." Sowohl der Inhalt als auch die formvollendete Darstellung empfehlen dieses Büchlein, das man besonders der Schuljugend in die Hand geben sollte, um ihren idealen Sinn zu pflegen und zu mehren. Bei einer Abnahme von einer großen Anzahl von Exemplaren wird sich wohl die Verlagsbuchhandlung zu einer Preisermäßigung gerne verstehen. Zu Festaeschenken für die Jugend eignet sich die Schrift ganz besonders. — Bei Eh. A. Lippe in Wien ist erschienen: Die Psychologie Mendelssohns aus den Quellen dargestellt und kritisch beleuchtet von vr. Leopold Goldhammer. — Die Symbole des Sukkothfestes und die „Jsr. Allianz" ist der Titel einer uns zugegangenen Rede, die der Prediger der israelitischen Gemeinde inUngvärHerr IgnahIriedlieber am Schemini-Azereth-Feste daselbst gehalten. Er fordert nach einer sinnigen Behandlung der Laubhütte und der Festpflanzen am Ende auf, der seit vierzehn Jahren in Wien bestehenden Allianz, die so viel Segen verbreitet, beizutreten. Mögen hie Glaubensgenosien orthodoxer Richtung in Oberungarn, denen die Rede gewidmet