Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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fapläti - miss eitsckff Ikl)^ f o tt rr t s tu lütte tr zur Befehl nug ußer das Dubeutum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von Dr. Adolf Briil l. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen itnb Postanstalten des In- und Auslandes. 7. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. Januar 1887. Nummer 1- Die Lehre Israels ein Licht. Wenn das Fest, welches wir in den letzten Tagen des Monats Kislew feiern, auch nicht durch ein Gebot der heiligen Schrift angeordnet und in allen vier und zwanzig Büchern derselben auch nicht die leiseste Andeutung davon vorhanden ist, weil das Ereignis, dessen Erinnerung durch dasselbe verewigt wird, erst zu einer Zeit stattfand, in der der Strom der prophetischen Rede schon versiegt und die Sammlung der altheiligen Bücher schon vollzogen war, so hat es dennoch seine unvergängliche Bedeutung, seine Geltung für ewige Zeiten sich errungen und lebt noch heute fort in seiner vollen Weihe und Heiligkeit, ja lebt gleichsam in unseren Tagen erst recht auf, seitdem wir selbst den Segen der Glaubens- und Gewissensfreiheit genießen, verstehen und würdigen. Zwar führt auch das älteste der jüdischen Feste, das Pesachfest, uns den großen Gedanken der Freiheit zum Bewußtsein — es erinnert uns an die Befreiung eines unterdrückten Volkes aus der Hand seiner Bedränger — allein es ist nur das angeborene Recht des Menschen, die Freiheit der Person, die Verurteilung der Leibeigenschaft, was da in den Vordergrund tritt. Das jüngste der Feste aber, das Chanukafest, zeigt uns denselben Gedanken in einem höheren Lichte, in einem weiteren Maße, in seiner vollen Weihe, in seiner gänzlichen Ausführung; es ist die Freiheit des Geistes, das Recht des Gedankens, der Sieg der Wahrheit, der durch dasselbe gefeiert und verherrlicht wird. So ist die Lehre von der Freiheit des Menschen gleichsam der Anfang und das Ende, der Grund und der Giebel, der Boden und die Spitze der ganzen herrlichen Gedankenwelt, die uns in dem Judentume aufgebaut ward, so sind leibliche und geistige Freiheit nach der An-