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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-12-01 · Heft 12 (1.12.1885) · p. Seite 274

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 12 (1.12.1885)
Date
1885-12-01
Page
Seite 274 (sequence 10)
Language
German
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275 diesem Sinne ihre Hallen öffnen, wie in Rab's Tagen sollte sie nach allen Seiten Glaubenskenntnis hinstreuen und verbreiten. Ob die Hochschulen unserer Tage den Erwartungen entsprechen werden, welche man ihnen entgegenbringt? Ob sie sich dem Geistesleben Israels als ein erfrischender Thau erweisen werden, der Knospen und Blüten in neuen wundervollen Farben erscheinen läßt? Ob aus diesen Stätten der Lehre ein Morgenrot der Wissenschaft emporbliihen wird, das Licht und Heil auf seinen Fimgen trägt? Ob aus ihren Hallen die Männer hervorgehen werden, die, Helden an Kenntnis und Glauben, leicht und kühn die Waffen des Geistes zu schwingen vermögen, uni gegen die Feinde zu streiten und ihren Stamm zu verteidigen? In der Zeit der Blüte der babylonischen Schulen wurde der Gebetordnung ein eigener Spruch eingefügt, ein Gebet für das Gedeihen der Hochschulen, für die Wolfahrt ihrer Meister und Jünger. Und in den entferntesten Ländern und Gegenden nannte man beim Gottesdienste ehrend die Häupter der Lehre. So wollen wir denn auch für die neu erstandenen Hochschulen freudige Hoffnung hegen und fromme Wünsche anssprechen. Mögen sie, wie jene Schulen der alten Zeit, die Pflege der Edlen und Guten, die freundliche Teilnahme des Volkes finden. Uaut Weidner und der Hal'rnud. Bon A. Löwit. Weidner, Kaiserlicher Professor der hebräischen Sprache an der Universität Wien gab daselbst anno MDLXIII eine Schrift unter dem Titel „Schöne und heilsame hebräische Sprüche kürzlich ausgelegt" heraus. Gewidmet ist diese Schrift „dem Durchlauchtigsten und großmächtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Maximilian, Römischen und Böhmischen König, Erzherzog zu Oesterreich rc. meinem gnädigsten Herrn." In der Dedication bemerkt der Verfasser, daß er „wie ein Paindel (Bienchen), das den lieblichsten und wohlriechendsten Saft aus mancherlei schmeckenden Kräutern zusammenträgt, allerlei schöne Sprüche in das kleine Puechel zusammengeschrieben." „Damit wenn Ew. Majestät etwan von wegen der hochwichtigen Sachen müde würden und Sich wollten wieder erquicken, Ew. Majestät solche schöne Sprüche vor Augen haben und also die Zeit damit ohne Verdruß hinbringen;" er bietet diese Schrift dem Kaiserlichen Herrn, „den Gott als ein vollkommenes Exempel aller Tugend und Gottesfurcht der ganzen Welt vor Augen gestellt," als Geschenk und Zeichen unsagbarer Freude „zur dreifachen Krönung und Kaiser!. Ehre, so Ew. M. dieses glückselig Jahr auf Einmal, durch aller Stände gleichstimmende Wahl und Willen, haben überkommen, das dann nie, so lang die Welt steht, keinem Fürst widerfahren." „Will derhalben den ewigen Gott, durch welches Schickung und Ordnung, dies sonderzweifel geschehen ist, von Grund meines Herzens bitten, daß diese ruhmreiche Krone, deren Ew. Majestät zwei mit großen Ehren überkommen hat und der dritten glücklich nachtracht, erstlich Eure Majestät, hernach Euer Majestät durchlauchtigsten Gemahl und geliebten Kindern und letzlich dem ruhmreichen Haus von Oesterreich, auch dem ganzen Christenthum zu Heil und

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