Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1885)
- Date
- 1885-11-01
- Page
- Seite 262 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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262 ist und an die klassische Schule Galiziens anzuknüpfen scheint. Es findet sich in dieser Zeitschrift eine Biographie Rappoports und will der Redakteur charakteristische Züge aus dem Leben hervorragender Männer in Galizien, Polen und Rußland bringen, deren Leben von den jüdischen Geschichtsschreibern nicht nach Gebühr gewürdigt wurde. Nebstdem enthält die Zeitschrift wertvolle litterarische und poetische Beiträge, Bücherkritiken und Neuigkeiten. Wir empfehlen diese Zeitschrift Freunden der hebräischen Litteratur. — Georg Kaivlinso», ein Bruder des Assyriologen Henry Rawlinson, hat in einem Werke unter dem Titel: „Egy pt and Babylon from Scripture, and profane Sources“ die religionsgeschichtlichen und sonstigen historischen Beziehungen zwischen Israel und Aegypten und Babylon darc>estellt. Die Schrift ist, soweit sie das Verhältnis Israels zu Babylon beschreibt, in Form eines Kommentars wie die bekannte Schrader'sche gehalten. Des Weiteren ergeht sich der Verfasser bei den Beziehungen der Juden zu Aegypten über den Aufenthalt in Gosen. Die Frage, ob das Volk damals zu 2000000 Millionen Seelen angewachsen war, wird bejaht. — „Juden als Ackerbauer, ein Beitrag zur Lösung der sozialen Frage der Juden in Ga-li zien" ist der Titel einer von Herrn'Morst Lazarus in Lemberg herausgegebenen Schrift. Würdigend die großen Verdienste, die sich die Wiener isr. Allianz um die materielle und intelectuelle Hebung der Juden in Galizien erworben hat, führt der Verfasser dieser auch für andere Länder äußerst lesenswerten Schrift den Gedanken aus, daß man den beschäftigungs- und arbeitslosen Teil der Juden dem Ackerbau und Bauernstände zuführen solle. Zu diesem Zwecke schlägt Herr Lazarus die Errichtung von Bauernschulen vor, in welchen jüdische Familien für ihren Berns ausgebildet werden sollen. Wir zweifeln nicht, daß diese Schrift eines Mannes aus dem Lande, in welchem die Schäden herrschen, in Wien der Allianz anregenden Anlaß zu Berathungen über diesen wichtigen Gegenstand geben wird. In Amerika werden jüdische Waisenkinder für den Ackerbau herangebildet so z. B. in Ueu-Orleans. — Von Herrn Bezirksrabbiner Er. E. Griintbaum zu Landau sind zwei Synagogen-Einweihungs-Reden erschienen, von denen die erste in Landau und die zweite in Hagenbach gehalten wurde. Er. Grünebaum's Gelehrsamkeit und Gesinnungstüchtigkeit durchdringt jedes seiner Worte, das er auf der Kanzel spricht, wovon auch vorliegende Reden Zeugnis ablegen, auf die wir hier empfehlend Hinweisen mochten. Ueferate. Der polnische Resident Derend Lehniann als Stammvater der israelitischen Religionsgemeinde pt Dresden von seinem Ur-Rr-Urenkel Emil Lehmann. Dresden und Leipzig. E. Piersons Verlag. 1885. K. Sidori in seiner „Geschichte der Inden in Sachsen" schreibt auf Seite 56 „Eine Familie Lehmann in Dresden war, wie aus den Landtagsverhandlungen (Präl.-Schrift der Ritterschaft und Städte Art. 3) erhellt, die einzige, welche diese Duldung zuerst um jene Zeit gegen den Anfang des 18. Jahrhunderts in Anspruch nahm. Die Zeitangabe genau anszumitteln ist nicht möglich, da von Seiten der jüdischen Gemeinde keine Urkunde so weit hinaufreicht und die ständischen Schriften von diesem Gegenstände nur in allgemeinen Ausdrücken sprechen" und hebt die Aeußerung der Ritterschaft über den Hofresidenten Lehmann im