Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-09-01 · Heft 9 (1.9.1885) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 9 (1.9.1885)
Date
1885-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2969669-2969726-2969736--1436-2971896
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

PoxM - wraenadraftlichq o rr t s 1*» l H11 c t~ zur Aetehruug «6er das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. N. Herausgegeben von Dr. Adolf Briil l. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. Jnsertionspreis pro gespaltene Zeile 20 Pf. Alleinige Jnseratenannahme: Annoneen-Expedition Haasenstein & Bögler. 5. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. September 1885. Nummer 9. Die Noischaft des Yeujayrsfches. Eine Freudenbotschaft wird uns verkündet und von Jahr zu Jahr wird sie auf's Neue uns zugerufen. Und ob wir sie schon oftmals vernvmmen haben, sie ertönt immer von Neuem wieder. Und ob sie uns auch längst bekannt ist und im Laufe der Jahrtausende, durch deren weite Fernen sie laut dahinhallt, sich an ihrem Klange und Inhalte nichts geändert hat, sie erscheint uns dennoch immer neu und wunderbar. Wir können es nicht glaubeil, daß die hoffnungsreiche Verheißung, die in ihr ausgesprochen liegt, auch in den kommenden Zeiten an Israel sich so bewähren werde, wie sie in seiner bisherigen Vergangenheit sich an ihm erfüllt hat; wir können es nicht fassen, daß das Gottesvolk, dem man so viele und schwere Leiden zugefügt, dem man so oft das Grab bereitet hat, als ob es auf dieser Erde nichts mehr als den Tot zu suchen hätte, trotzdem in ungebeugter Jugendfrische auf den Bahnen seines Daseins fortschreiten, weiter in die Zukunft hinausblühen und, nachdem es so alt geworden, sich doch noch wiederum verjüngen könne. Aber die Unvergänglichkeit Israels und der ewige Fortbestand der göttlichen Lehre ist auch nicht als ein Menschenwerk anzusehen, das etwa blos durch die uns nachgerühmte Klugheit und Zähigkeit ausgeführt wird, sondern vielmehr als ein Gotteswerk, als eine Bestimmung, die von einer höheren Vorsehung ausgeht, und die, wenn auch alle Menschheit gegen sie ankämpfen und auch Israel selbst ihr entgegenwirken und zuwiderhandeln wollte, dennoch zu allen Zeiten an ihm sich erfüllen und verwirklichen würde. Das ist die Verheißung und Botschaft, die das jüdische Neujahrsfest uns zu verkünden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.