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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-05-01 · Heft 5 (1.5.1885) · p. Seite 119

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 5 (1.5.1885)
Date
1885-05-01
Page
Seite 119 (sequence 23)
Language
German
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gelium gut ist, oder schlecht. Aber sollen wir fragen, ob es für die Wirklichkeit paßt oder nicht? Ist es für die Praxis unbrauchbar, wozu ist es gegeben? Dann hätten ja die Juden recht, die darin Menschenwerk sehen. Ist es aber zu bethätigen, warum verwirklichen wir es nicht den Juden gegenüber? Alles was den Juden zum Vorwurf gemacht wird, zeigt er als moderne Schattenseiten des zivilisierten Lebens. Zeigt ihnen das Christentum in seiner Wirksamkeit — und als praktische Menschen werden sie nicht zögern, zu Euch zu kommen. So lange ihr aber nur in der Theorie Christen seid, werdet ihr nichts ausrichten. Die Judenfrage ist in Wahrheit die Christenfrage!" — Der Tübinger Prof, der Philologie Dr. Hans Ilach schreibt in seinem Buche „die akademische Carriere der Gegenwart", daß dort, wo am wenigsten Juden sind, das Strebertum am deutlichsten und widerwärtigsten zu Tage trete. — In der Akademie de Medicine zu Paris fanden Diskussionen über die stetige Abnahme der Bevölkerung in Frankreich statt. Bei der am 10. Februar abgehaltenen Sitzung sagte Prof. Hardy: „Alle vorgeschlagenen moralischen und sonstigen Maßnahmen werden sich als fruchtlos zur Heilung des Hebels erweisen . . . Die Lücken, die sich in der französischen Bevölkerung zeigen, können nur durch eine möglichst starke Einwanderung von Individuen der israelitischen Race ausgefüllt werden, die, anderswo molestirt, ja maltraitirt, bei uns Freiheit und Gleichheit finden, und sich wol auch angezogen fühlen wird durch den Reiz, den unsere Sitten und politischen Institutionen ihnen bieten. Die Juden sind intelligent, arbeitsam, ehrgeizig und was das Wichtigste ist — sie sind kinderreich. Diese letztere Eigenschaft macht uns ihre Einwanderung besonders wertvoll; ihre Kinder werden einst die besten Franzosen sein. — Wie uns aus Kt. Petersburg mitgeteilt wird hat Herr Harhamj daselbst einige Fragmente eines hebräischen Psalmenkommentars von Joseph Ibn Abitur entdeckt. Es ist dies wol das älteste exegetische Werk in hebräischer Sprache und zugleich das älteste in Europa verfaßte, da die europäischen Vorgänger Grammatiker und Lexicographen waren und orientalische Exegeten nur arabisch schrieben. Auch das arabische Original von den Fragmenten aus dem Sefer Hagilui von Iaadia Gaon ist jetzt im Besitze des Herrn Harkavy. Hl eferale. Zaiisinii». Betrachtungen zu den fünf Büchern Mosis nach Ordnung der Wochenabschnitte. Zur Verbreitung erhöhter Kunde und Würdigung des Judentums, sowie zur Förderung religiöser Wärme und Innigkeit. Von Dr. A. Schmiedel, Rabbiner der Bezirksgemeinde Sechshaus nächst Wien. Zweite reichlich verwehrte Auflage. Prag, 1885. Eigentum und Verlag der Buchhandlung von Jacob B. Brandeis. (330 S.) Der Name Schmiedel hat einen guten Klang in der homiletischen Lstte- / ratur und nicht wenig haben dazu seine im Jahre 1859 erschienenen „Sansinim" beigetragen, die nun reichlich vermehrt in schöner Ausstattung zum zweiten Male herausgegeben uns vorliegen. Wir können dem Verfasser, der etwas zaghaft an die nochmalige Ausgabe seines Werkes herantrat, die Versicherung geben, daß diese Betrachtungen, ausgezeichnet durch geistvolle Auffassung der Schriftworte

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