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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-05-01 · Heft 5 (1.5.1885) · p. Seite 113

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 5 (1.5.1885)
Date
1885-05-01
Page
Seite 113 (sequence 17)
Language
German
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113 Verlegenheit wandte sich der Vater wieder an den Rabbiner von Kowno, welcher ihm riet, dem Mädchen das Geheimnis seiner Geburt mitzuteilen und ihm zu überlassen, wie es handlen wolle. Die Heirat fand statt und zwei niedliche Kinder erhöhen das Glück des Paares. Die Pächterfamilie war glücklich, kein Wölkchen trübte ihren Horizont. Da denunzirte ein Glaubensgenosse des Pächters, welcher mit demselben einen Streit hatte, denselben beim Gutsbesitzer. Wüthend über die ihm wiederfahrene Täuschung reclamirte dieser seine Tochter. Die junge Frau widerstand und trotz der Drohung und Enterbung weigerte sie sich, zu ihrem unnatürlichen Vater zurückzukehren. Der Gutsbesitzer nahm die Hilfe des Gerichts in Anspruch und der Pächter wurde des Kindesraubes angeklagt. Aber der Rabbiner von Kowno, als Zeuge vorgeladen, bestätigte die Angaben des Pächters, und daraufhin fällt das Gericht folgendes Urteil: Die junge Frau ist das Kind des Gutsbesitzers und als solches die Erbin aller seiner Güter, (der Gutsbesitzer hat sonst keine Kinder), der Pächter wird mit allen seinen Ausgaben für die Erziehung des Mädchens entschädigt. Der Denunciant wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. — In Serbien hat der König Herrn Leonardt Äarpi, dem Generalinspektor der serbischen Bahnen, den „Takova- Orden" verliehen. Der Kaufmann Pinkas in Widdin erhielt den „Ferdinands- Orden". -T- Auch die arabische Sprache wird für den Antisemitismus mißbraucht in Alerandria, wo seit Kurzem ein judenfeindliches Blatt erscheint. — Bei der Beerdigung des Erzbischofes Maddalena in Corfu hat der Rabbiner Josef Levi am israelitischen Friedhofe, wo der Leichenzug anhielt, die jüdischen Gebete für den Dahingeschiedenen verrichtet. — Von Jerusalem aus wird eine Schrift („Kol Mehechal") Stimme aus dem Tempel versandt, welche einenganz entschiedenen und energischen Protest gegen die Kolonisation Palästinas enthält. Für jeden Fall wird diese Schrift dazu beitragen, diese Frage zu klären und einigen verblendeten Schwärmern die Augen zu öffnen. W i tt eitung e n. Herr Dr. Kohut, der am 22. April einem Rufe als Rabbiner nach Uew-Nork folgt, wird den „Aruch completum", seines Lebens höchstes Ideal, wie er selbst schlecht, fortsetzen, da er die einträglichere Stelle vorzugsweise im Hinblick auf dieses fein allseitig schwieriges und martyrreiches Werk angenommen. Bis Ende des Buchstabens S ist die Arbeit in Manuskript bereits gediehen und also für die nächsten zwei Jahre druckfertiges Material vorhanden. — Im Verlage von Jacob K. Brandeis in Prag ist erschienen: „Zur Geschichte der Juden in Böhmen" von G. Wolf. In dieser kleinen Schrift werden wichtige Urkunden, die Geschichte der Juden in Böhmen betreffend, mitgeteilt, darunter auch das Jmmediatgefuch des jüdischen Prädicanten Wenachi zu Prag an Kaiser Ferdinand I., von dem er sich Niederlassung in der Herrschaft Pardubitz erbat zur Zeit als über die Juden in Böhmen Vertreibung verhängt war. Mögen sich durch diese Schrift Gelehrte auf dem Gebiete der Geschichte angeregt fühlen, in dem Prager Staats- Landes- und Kommunalarchiv Quellenforschungen anzustellen, woselbst zahlreiche Documente über die Juden zu finden sind. — Das dem Aristoteles zugeschriebene Buch „H a - T a pu a ch", das von Abr. Ib«

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