Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1885)
- Date
- 1885-04-01
- Page
- Seite 95 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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95 31—57 Miscellen, darunter je eine von Dr. Jellinek und Dr. Höhnt. Von Seite 57—183 werden 38 Werke eingehend besprochen; besonders interessant war uns in der Besprechung der „Frankfurter Rabbinen" die S. 165 angeführte Aeußerung JosuaIalK's (starb 4. Schebat 1755, 75Jahre alt, in Offenbach) in einem Schreiben dieses Rabbiners an David Meldola, in welchem er den Gebrauch der Palästinenser, die synagogale Vorlesung des Pentateuchs in einem Zeitraum von drei Jahren zu absolvieren, rechtfertigt. Er sagt: die Palästinenser pflegten mit der Vorlesung des Textes jeder einzelnen Abteilung der Pentateuchlektion auch die Uebersetzung und Auslegung derselben zu verbinden und besorgten, daß eine , zu lange Vorlesung der Gemeinde zur Last werden könnte. Ueberdies ist ja „besser wenig mit Andacht als viel ohne Andacht." Sie machten daher die einzelnen Abschnitte so kurz als es nur möglich war, ohne gegen andere diesbezügliche Bestimmungen zu verstoßen . . . Aus allen diesen Ursachen ergab sich ihnen eine derartige Bemessung der Thoraabschnitte, daß erst in drei Jahren der Lektionscyklus zu Ende gieng." Wir sehen, Josua Falk, der Rabbiner der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. im vorigen Jahrhundert, gieng ^mch bei der Besprechung solcher Fragen objektiv und ehrlich zu Werke. In Frankfurt a. M. ist ferner erschienen in hebräischer Sprache „Einleitung in die Mischna, II. Teil. Plan und System der Mischna" von Jakob Brüll, Rabbiner, 167 Seiten. — Die im Jahre 1880 durch Dr. August Wünsche begonnene Herausgabe der „Bibliotheka rnbbinica“, eine Sammlung alter Midraschim zum ersten Male ins Deutsche übertragen (Leipzig, Otto Schulze), liegt nun vollendet vor. Wir sind dem Uebersetzer, der seine Aufgabe glänzend gelöst hat, zu hohem Danke verpflichtet, wie dem Verleger für die schöne Ausstattung des prachtvollen Werkes, das den Midrasch' Rabba zu den fünf Büchern Mosis und zu den fünf Megilloth, den Midrasch zu den Sprüchen und die Pesikta des Rab Kahana enthält. Möge diesem äußerst wertvollen Buche weite Verbreitung werden. Die Einleitungen und Anmerkungen bilden für die Gelehrten eine dankenswerte Zugabe. Ferner ist uns zugegangen: Äir Moses Montestore Daronct. Zwei Predigten zu dessen 99- und 100 jährigen Geburtstage gehalten und in's Deutsche übertragen von A. A. Wolfs in Kopenhagen. Der greise Redner, der schon selbst über ein halbes Jahrhundert das Wort Gottes verkündet — seine Antrittsrede als Provinzial-Rabbiner in Gießen, gehalten 31. September 1826, ist in unserem Besitze —, schildert anknüpfend an Genesis 6, 9 und an Sprüche 31, 29 in diesen beiden gehaltvollen Reden das Leben des gefeierten Philantropen. Ein vom Herausgeber verfaßtes schwungvolles hebräisches Gebet schließt sich den schönen Reden an. — Die Gemeinde Kochrstrr besitzt seit Kurzem ein neues Gebetbuch unter dem Titel „Ritual sor Äewish Morship"; bearbeitet von dem Rabbiner der Gemeinde, Herrn Di-. Mar Landsberg, der es früher dem Urteile mehrerer Rabbiner des Landes unterbreitet hat. . Das Hauptstreben gieng weniger dahin, Neues zu schaffen, als sich an Bekanntes und Vertrautes anzulehnen. Möge dasselbe zur Weckung und Belebung der Andacht bei unseren Brüdern im Westen beitragen. — Bei Anton Bayer in Iglau ist in hebräischer Sprache erschienen : Dichtungen von Dr. Joachim Jakob Unger. Zweite vermehrte Auflage. Freunde der hebräischen Sprache werden in dieser zweiten Ausgabe der vor mehr als 30 Jahren erschienenen nunmehr bedeutend vermehrten Sammlung von Gedichten die erfreuliche Thatsache erkeuuen, daß die hebräische Poesie noch immer Blüten treibt und Früchte trägt, und werden Herrn Dr. Unger um so mehr Dank dafür wissen, daß er die Muse nicht schweigen läßt, während Waffen ringsum /