Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1885)
- Date
- 1885-03-01
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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55 Meinung, ihn beseelte! Als vor 24 Jahren noch in einem hohen Maße „Finsternis die Erde deckte und Dunkel die Völker" (Jes. 60) und man in Deutschland sich noch nicht gewöhnen mochte, einen bürgerlich gleichberechtigten Israeliten sich zu denken, da erleuchtete er das Auge des Vorurteils durch ein freisinniges Gesetz und erschien dem langverwaisten Israel als ein Vater. Und während man anderswo, dem Geiste der Zeit nachhinkend, unfern Glaubensbrüdern Recht und Freiheit und Ehren nur in halber und verstümmelter Weise gab, ward hier unsere Erlösung in mehreren Gesetzen vervollkommnet.Selbst zu Gunsten unserer Glaubensbrüder im Auslande wurde manches menschenfreundliche Herz von dem Beispiele des Verewigten befruchtet. . . . ." Die Amtsinstruktion war ihm das heiligste Vermächtnis seines Landesherrn. Punkt für Punkt hat er erfüllt, was er versprochen. Sein dankbares Herz hieß ihn auf dem mit 400 Thalern Gehalt, freier Wohnung und „hinlänglichem Holzdeputat" gewiß kärglich genug besoldeten Posten ausharren und nach jeder Richtung seines BerüfMkensUnnssenhaft, hingehend und erfolgreich arbeiten. Oft verch«hkkN^Wßtz'Mm«mden,-^fo'^887MeSlatt) ihn M gewinnen, er könntö sich von semE BKMU/dM,'„Tage.sein«, AKrheiratMgTMTMa"SüsriM' aus Ballenstedt heilige Bande wMiks^si'IMeKerOW^kM'sten. Der Mann, der ein vorzüglicher Sohn seiner -Eltern, me sich — der Ba'kerM5zum TI. April 1833, die Mutter bis zum 26. April 1843 — seines ehelichen Glückes und seiner hohen Berufsstellung noch freuen konnten, ein aufopfernder Bruder seinen Geschwistern war, verdiente die Fülle der Liebe und Befrligung, welche mit dem Ehestand sich ihm und den Semen" erschloß. Die Erfolge seiner rastlosen Arbeit sind nicht zum geringsten Teile dem stillen Frieden seiner Häuslichkeit, .dem herzigen schlichten Wirken seiner Frau zu verdanken. Sie schenkte ihm 4 Kinder, von welchen eips kurz «ach der Geburt starb, 3 aber inglücklichen MMktnMrd.eirMtterMerlebten; sie war ihm bis zu Mein "Tode. * TiriTunr'TBM. ~ eure ermunternde, hingMMe.,Mttin, den Ambern' eine^Men opferfreMge'' Mutter und der Menschheit eine aufrlchklge, hilfbereite Freundin. Sie war, so heißt es in einem Nachrufs eine geistig sehr begabte Dame, die eine ungewöhnliche Achtung und Verehrung sich erworben hat. Kehren wir zu Herxheimers Berufsleben zurück! Sein fürstlicher Gönner verlangte eine zeitgemäße Hebung des Volks- und Jugendunterrichts.—LerLhxiWr schrieb LMMcher^' Moete Lehrer «absühbbe Äe ÄonyMMU'einI." Seine Konfirmationen trugen wesentlich dazu bei, die Gegensätze in der Gemeinde zu vermitteln, die Liebe zum Judentum bei den Gleichgesinnten zu stärken, bei den Altgläubigen zu läutern und neben der religiösen indirekt eine reifere bürgerliche Bildung zu erzielen, weil die Jugend gezwungen war, bis zum 14. resp. 15. Jahre die Schule zu besuchen. Verketzerungen der Konfirmation, wie man sie später und zwar bis in unsere Zeit hinein beliebte, war H. nicht ausgesetzt, denn selbst konservaüve Rabbinen, z. B. R. Samuel Eger in Braunschweig, kultivierten die neue, auch in auhfrdeutschen Ländern (Dänemark, *) Bernburgische Zeitung vom 15. Juni 1864. - 2) Deutscher Kmderfreund für Israeliten, Berl 1834: Tbeoretisck-Vraktiscke Anleituug zu r MeLMTIMWM - 3) Bgl. Geiger a. a. O. 470 ff: ferner H.'s Abhandluna über die synagogische ZulässiMit.und EinrichtMg der Konfirmation in Geiger a. “a. dender Leipziger Synode erstatteten 'BevW, '8erWnLkü'ngen'"S7'2337"" -